— 25 — die auf das allgemeine Wohl abzielen. Über den hierüber gefaßten Landtagsbeschluß war dem Fürsten das Recht der Genehmigung oder Verwerfung vorbehalten. Diese Vorschläge durften aber nicht Gegenstände betreffen, die entweder gemäß Urbarien oder alther- gebrachter Übung landesherrliche Eefälle oder die privaten fürst- lichen Renten betreffen. Der Landesfllrst gab den Untertanen die Versicherung, daß er bei Einführung neuer allgemeiner Abgaben, soweit 
sie nur aus der Landeshoheit gerechtfertigt werden konnten, die ständische Beratung vorausgehen lasse und ihnen in gerechten und billigen Fällen die landesherrliche Genehmigung nicht ver- sagen werde. Vorschläge in bürgerlichen, politischen und peinlichen Sachen, ferner Vorschläge, die äußere Staatsverhältnisse betreffen, waren den Ständen jedoch nicht erlaubt. Die absolute Mehrheit der Stimmen der am Landtage gegenwärtigen Stände bildete einen Landtagsbeschluß, der Gesetzeskraft erhielt, sobald er die landesfürstliche Genehmigung erhalten hatte. Bei der Abstimmung hatte der landesfürstliche Kommissär nach vorheriger deutlicher Erklärung des zu beratenden Gegenstandes die Umfrage durch abwechselndes Aufrufen eines geistlichen und eines weltlichen Standes, bei ersterem beginnend, zu machen, jede einzelne Äußerung nebst den anzugebenden Beweggründen durch den Amtsschreiber zu Protokoll zu nehmen, das Resultat kurz beifügen zu lassen und die so instruierten. Landtagsbeschlüsse dem Landesfürsten vorzulegen^. Die durch die landständische Verfassung von 1818 geschaffene Ordnung scheint dann durch 20 Jahre mehr oder weniger befriedigt zu haben. Wie uns Dr. Franz 
Josef Kind in seiner Biographie Peter 
Kaisers berichtet̂, wurde Peter Kaiser 1840 in eine Kommission gewählt, welche dem Fürsten Alois in Wien die Verhältnisse des Landes darlegen und um Abstellung einzelner Mißstände bitten sollte'). Wahrscheinlich handelte es sich hier um Rückwirkungen der politischen Bewegungen, des Jahres 1839 in verschiedenen auswärtigen Staaten, und es liegt die Vermutung ') Kind sagt nicht, um was für Miszstiinde es sich handelte, und meine Bemühung, im Regierungsarchiv hierüber Auskunft zu erhalten, blieb bis jetzt erfolglos.
        

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