— 144 — wortung von weiteren Ausgrabungen und sowohl reicherem als auch besserem Material abhängig machen. Der geringe Raubzahnindex deutet auf eine Streckung des Kiefers, also auf eine Abstammung von Vorfahren, die eine weniger gestreckte Schnauze besaßen. Das Auftreten sehr großer prähistorischer Hundefassen wurde von einer Reihe von Autoren, besonders C. KELLER (1919), immer sehr skeptisch beurteilt. Doch zeigt gerade dieser Fund deutlich, daß die Rassenverhältnisse des prähistorischen Haushundes viel verwickelter sind, als zu Beginn der Haus- tierforschung angenommen wurde. In der schönen Arbeit von R. VOGEL (1933) über die Tier- reste aus den Pfahlbauten des Bodensees setzt sich der Verfasser ebenfalls mit solch seltenen .Funden auseinander. Er führt in der genannten Arbeit darüber folgendes aus: „Ganz vereinzelt wurden Überbleibsel von wolfsgroßen Hunden gefunden,'so in Unteruhldingen, Bodman, Wangen. Ein Fund- stück (Atlas) von Unteruhldingen wird als jungsteinzeitlich angegeben, ebenso der Schädel des C. 
/• leinen (Bodman), während bei den übrigen Funden das Alter — ob jungstein-, kupfer- oder bronzezeitlich — unsicher ist. Das anscheinend ziemlich unvermittelte Auftreten dieser großen Hunde läßt Einführung vermuten, vielleicht aus der gleichen Richtung, aus der das Metall kam. Über die große Rasse läßt sich kein abschließendes Urteil fällen. Die Größe der Gliedmaßenknochen und Kiefer entspricht der des früher bei Bodman gefundenen Schädels 
des Cattis f. leineri STUDER (Basallänge 200 mm), der aus dem dortigen jungsteinzeitlichen Pfahlbau stammen soll" (1933, pag. 103). 2. Sus, Schwein. Die Schweinereste stehen zahlenmäßig an erster Stelle aller Knochentrümmer. Sie lassen sich alle, wie die folgende Untersuchung zeigen wird, auf das domestizierte Schwein zurückführen. Spuren des 
Wildschweines (Sus scroia L.), das sich wegen seiner bedeutenden Körpergröße recht gut be- stimmen läßt, liegen keine vor.
        

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