— 139 — d) Keines dieser Haustiere ist an Ort und Stelle aus einem • vorhandenen Wildtier in den domestizierten Zustand über- führt worden. e) Deshalb legt sich der Schluß nahe, 'daß sie von der einwan- dernden Bevölkerung mitgebracht worden sind. f) Die Herkunft der Neolithiker ist heute noch umstritten. Die neueren Annahmen glauben, daß die Zuwanderung auf verschiedenen Wegen vor sich gegarigen ist. Das gezähmte Pferd tritt erst mit der Bronzezeit iu Erscheinung. Es war ein fein gebautes Tier von orientalischem Typus. Die seltenen Pferdereste aus den neolithischen Pfahl- bauten werden einem Wildpferd zugeschrieben, das sich, sofern nicht mehrere Bassen in Betracht fallen, an das diluviale unserer Gegenden anschließt, das in den paläolithischen Sta- tionen eine große Rolle spielte und dem letzten heute noch lebenden Wildpferd, dem zentralasiatisehen Przewalskipferd, nahesteht. Es war ein kleines, aber eher plump gebautes Tier. Schon gegen Ende des Neolithikums tritt die Tierzucht aus dem primitiven Stadium heraus, neue Rassen erscheinen, noch stärker zeigt sich das in der Bronzezeit, europäisches Wild- schwein und Ur liefern nun sicher Zuchtmaterial, das mit dem älteren z. T. vermischt wird. Angaben über die weitere Entwicklung der verschiedenen Haustiere finden sich im fol- genden Kapitel zu Beginn der Analyse der einzelnen Tier- arten. Auf die Frage der Ableitung der Haustiere von Wild- formen einzutreten, liegt außer dem Rahmen unseres Themas. II. Eigene Untersuchungen. In der vorliegenden Arbeit habe ich theoretische Erörte- rungen und Schlußfolgerungen vermieden. Wenn sich auch die theoretischen Ansichten, insbesondere für die Geschichte der Haustiere im Laufe der Zeiten ändern mögen, werden die hier zusammengetragenen Ergebnisse immer ein Belegmaterial liefern können. Aus den neueren Untersuchungen geht deutlich hervor, daß die Haustierhalturig und vermutlich die gesamte Lebensweise in den örtlich getrennten prähistorischen Nieder-
        

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