— 138 — Elch, Ur, Wisent, fast ganz ausgerottet sind Fischotter, Wolf, Wildschwein, Edelhirsch und Steinbock. , Eine besondere Note erhält aber diese Fauna von ihrem ersten Beginn an durch das Vorhandensein von Haustieren, wie sie den vorangehenden Zeiten bei uns noch durchaus fehlen. Mit dem Neolithikum hat sich an Stelle der paläo- lithischen Jägerhorden eine seßhafte Bevölkerung angesiedelt, die zwar noch immer den Nahrungserwerb z. T. in Jagd und Fischfang fand, anderseits aber neben Ackerbau auch Vieh- zucht betrieb. Die wichtigsten allgemeinen Schlüsse, die auf Grund der Forschungen von L. RÜTiMEYER, TH. STUDER, C. KELLER, J. ü. DUERST, K. HESCHELER und ihrer Schüler zu ziehen sind, sind die: a) Die Haustierhaltung zeigt in den älteren Pfahlbauten des Neolithikums einen durchaus einheitlichen Charakter. b) Es sind fünf Arten von Haustieren, die mit den ersten Ansiedlern erscheinen, und die nur in je einer Rasse ver- treten sind: Der Torfhund (Canis familiaris palustris RÜTIMEYER), von der Größe eines Spitzers, zeigt schon recht frühe größere Variationen. Er hat wohl vor allem die Rolle eines Wächters vom Haus und den Viehherden übernommen. Das 
Torfschwein (Sus palustris RÜTIMEYER) hebt sich durch seine geringe Körpergröße scharf vom Wild- schwein ab. Die• 
Torfziege (Capra hircus palustris RÜTIMEYER 
= C.h. rütimeyeri DUERST) ist wenig verschieden von den noch jetzt gehaltenen Ziegenformen des schweizerischen Mi,ttellandes. Das 
Torfschaf (Ovis aries, palustris RÜTIMEYER), ein zier- liches Tier mit ziegenartigem Gehörn. Es ist heute in der Schweiz ausgestorben. Das Torf 
rind (Bos taurus brachyceros RÜTIMEYER) ist von kleiner Statur gewesen; es erinnert an kleine rezente Braunviehrassen mit kurzen nach vorn gebogenen Hörnern. c) Alle diese Haustiere treten miteinander, nicht nacheinander auf.
        

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