— 126 — er (Ende 1415 oder Anfang 1416) wieder nach Konstanz zurück, um an den Konzilsverhandlungen weiter teilzunehmen. Während derselben wurde er in der Nähe von Konstanz auf dem Schlosse Sonnenberg im Thürgau von einer tödlichen Krank- heit befallen, die seinem vielbewegten Leben ein Ziel setzte. Er starb nach erbaulicher Vorbereitung auf den Tod am 6. September 1416 im Alter von etwa 70 Iahren. Sein Leichnam wurde mit großen Ehrenbezeugungen nach Chur geführt und daselbst in der bischöflichen Gruft beigesetzt.̂ Bischof Hartmann II. von Werdenberg-Sargans zu Vaduz ist sicherlich zu den eigenartigsten Gestalten unserer engeren Landes- geschichte im ausgehenden 14. und beginnenden 15. Jahrhundert zu zählen, die allerdings kulturell nur w e n i g P o s i t i v e s leistete. Er hatte sich große Ziele gesetzt, weniger für seine Person, als für das ihm anvertraute Hochstift, dessen einstigen bedeutenden materiellen Besitz und dessen ehemaliges hohes Ansehen wieder herzustellen er unermüdlich und unverdrossen erstrebte. Leider gebrach es ihm vielfach an der nötigen Einsicht in bezug auf das Maß und die Tragweite der ihm zur Verfügung stehenden Mittel. Anstatt das gesteckte Ziel zu erreichen, wurde er vom Unglück verfolgt, trotz besten Willens sein Hoch st ist, seine Freunde und Anverwandten, und nicht weniger seine Unter- tanen ins Verderben zu stürzen. Auf die Frage, ob sich Hartmann II.. die bischöfliche Weihe erteilen ließ, kann nach dem Stand der bisherigen Forschungen noch keine bestimmte Antwort erteilt werden. Es erscheint doch als verdächtig, daß sich aus dem reichen biographischen Material, das uns über Hartmann II. zur Verfügung steht, gar keine Anhaltspunlte dafür finden lassen, daß er in den 2 7 Jah- ren seiner bischöflichen Amtsführu n g jemals eine Kirche oder Kapelle oder auch nur einen A l t a r geweiht hat, daß er je einmal an einer Bischofs- oder Priester- weihe aktiv tätig gewesen ist oder irgendwo einen Ponti - fikal-Gottesdienst abgehalten hat, sondern alle Weihe- handlungen seinen Weihbischöfen überließ. Die Begründung, daß er dazu nie Zeit gehabt habe, scheint doch etwas fadenscheinig zu sein. Es gab doch andere Bischöfe^ die auch viele Kriege zu
        

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