Volltext: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein (1937) (37)

— 122 — zu Bregenz, Graf Heinrich von Montfort, Herr zu Tettnang und andere Adelige für die Einhaltung der Urfehde^. Daß die finanzielle Lage des Bischofs sich während der Gefan- genschaft beinahe ins Unerträgliche gesteigert hatte, beweist das Versprechen desselben vom 18. August 1405, dem Domkapitel und der Stadt Chur die während seiner Gefangenschaft aufgelaufenen Schulden zu bezahlen und nie gegen die Domherren oder die Eotteshausleute wieder Recht vorzugehen.̂ Zur Tilgung dieser Schulden sah sich Bischof Hartmann genötigt, fast alle Zinsen und Güter sowie das Silbergeschirr zu versetzen, ja sogar bei den Juden in Zürich 2700 Gulden zu leihen, wofür das Domkapitel und die Stadt Chur als Bürgen eintreten mußten' ̂. Aber der Friede mit Österreich konnte nicht von langer Dauer sein. Die österreichischen Herzoge waren nicht dazu zu bringen, die eingegangenen Verpflichtungen auch nur zum Teil zu erfüllen. Bald ergaben sich neue Anstünde wegen Verletzung der bischöflichen Rechte im Engadin und wegen unrichtig gesetzter Grenzmarken. Als der Bischof 1412 den Herzog zur Rechenschaft zog, beantwortete dieser die Klagen Hartmanns II. damit, daß er diesen gefangennehmen und auf die in seiner Gewalt befindliche Fllrstenburg führen ließ. Aber jetzt erschallten die Sturm- glocken durch alle Täler; die Untertanen zogen unter Führung Jakob Plantas vor die Feste und befreiten den Bischofs. Auch mit den Freiherrn von Matsch und von Räzüns begannen die alten Feindseligkeiten wieder, diesmal in verschärfter Form, indem Graf Friedrich von Toggenburg mit seinen Verwandten, den Gegnern des Bischofs Hartmann, gemein- same Sache machte. Wiederum hatte die StaotChur eine Belagerung durchzumachen. Hartmanns Gegner riefen die Elar - ner, der Bischof die übrigen Eidgenossen um deren Vermittlung an; doch kam dieselbe nicht zustande. Wiederum befand sich Bischof Hartmann II. in äußerst be- drängter Lage. Da kam auf seinem wunderlich gewundenen Zuge über Innsbruck, Brixen, Meran und den Vintschgau König Sigismund (1410 bis 1437) nach Chur und blieb über einen Monat bei Bischof Hartmann zu Gast. Am 26. August 1413 erteilte er dem Bischof Hartmann vier Urkunden. In der ersten belehnte
	        

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