— 115 — IV. Friedenswerke Bischof Hartmanns II. Trotz der fast ununterbrochenen Kriegsläufe wurde es dem Churer Bischof doch möglich, auch Friedensarbeit zu leisten oder durch andere leisten zu lassen. Nur dauerete es gewöhnlich nicht lange! Und dann kam mit erneuter Schärfe die Kriegsführung an die Reihe, die nicht einmal dann ruhte, wenn Bischof Hartmann im Gefängnisse weilte oder sonstwie zur Untätigkeit gezwungen war. 1. Zunächst sei auf einige Bündnisse und Verträge hinge- wiesen, und dann sind noch einige Friedensarbeiten bis zum Jahre 1400 hervorzuheben. Während der vorausgegangenen Kämpfe und Fehden erhielt Bischof Hartmann II. drei am 22. Juli 1396 in Prag ausgestellte Diplome des Königs Wenzel. Im ersten derselben bestätigte dieser eine Schenkung von 500 Mark Silber, welche Kaiser Karl IV. laut Urkunde vom 3. August 1361 an den Churer Bischof für geleistete Dienste angeordnet hatte, wofür er aber, da er die Summe nicht bezahlen konnte, die Reichssteuer zu Lindau am B o d e n s e e verpfändet hatte. Die Lindauer aber verweigerten, bestärkt durch Herzog Leopold von Österreich, die Anerkennung des königlichen Diploms. Die Angelegenheit gelangte drei Jahre später bei einem vom Herzog Leopold IV. geleiteten Schiedsgericht zu Baden im Aargau zum Austrag. Die Lindauer erhielten den Auftrag, niemandem das kaiserliche Steuer- geld auszuzahlen, als dem Vorweiser der königlichen Quittung, nämlich dem Bischof von Chur. Und diese Verfügung wurde jetzt, 1396, durch König Wenzel erneuert ^. Im zweiten Diplom bekundete König Wenzel dem Bischof Hartmann und seinem Bruder Heinrich I., daß er ihre Grafschaft zu Vaduz und alle übrigen Herrschaften zu Reichslehen erkläre und dies in Anbetracht der Dienste, welche beide ihm und dem Reiche geleistet hätten. Mit dieser Erklärung bezweckte der König, daß die genannten Besitzungen der Vaduzer Grafen nach deren Tode — auch Graf Heinrich I. von Werdenberg- Sargans zu Vaduz war kinderlos geblieben — dem Mannesstamme der Werdenberger, somit der Sarganserlinie, erhalten bleibe ̂. Durch das d ritteDiplom befreite König Wenzel die s
        

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