— 114 — Leopold IV. sich anschloßt. Zeder der Bundesgenossen hatte dabei seine eigenen „Kriegsgründe". Graf Johann I. von Werdenberg- Sargans hatte ein Auge geworfen auf die benachbarte Burg Wartau, Bischof Hartmann ZI. erhob Anspruch auf den Hof Sevelen und die dortige, von einem Churer Bischof erbaute Feste Herrenberg. Graf Heinrich I. von Vaduz, der mit Katharina von Werdenberg-Heiligenberg, der Tochter Albrechts II., vermählt war, erhob in deren Namen Anspruch auf Feste und Stadt Werdenberg als Hinterlassenschaft von Katharinas verstorbenem Bruder, Hugos IV. Der Abt von Pfäfers lag mit den Werdenberg-Heiligenbergern in Streit wegen der zur Herrschaft Freudenberg gehörigen Vogtei zu Ragaz. Die Vertragschließenden verpflichteten sich durch einen feierlichen Eidschwur, ihre Gegner, den Grafen Albrecht IV. von Werdenberg-Heiligenberg und dessen Neffen Rudolf I. und Hugo V. von Werdenberg-Rheinegg mit vereinigter Macht so lange zu bekriegen, bis alle Forderungen durchgesetzt seien". Interessant ist es, daß die Verbündeten schon zum vorneherein eine Teilung der Kriegsbeute vornahmen. Die Ausführung folgte der Verabredung auf dem Fuße. Leopold IV. belagerte schon Ende August die Feste Rheinegg; Bischof Hart- mann zog vor Buchs, und die Feldkircher wandten sich gegen Lienz und Erabs und belagerten Werdenberg. Wesentliche Vorteile aus der zweijährigen Fehde zog nur Österreich. Bischof Hartmann II. bekam als Entschädigung für die Burg Herrenberg 900 Pfund Pfennigê", während Johann I. von Werdenberg-Sargans statt des erhofften Gewinnes bald darauf wegen seiner Schulden seine Stammgrafschaft Sargans den österreichischen Herzogen für 13 000 Pfund Heller verpfänden mußte". 4. Unterdessen kam es trotz der erwähnten Schiedssprüche auch mit Ulrich Brun von Räzüns wieder zur Fehde. Letzterer wiederholte die alten Ansprüche und fügte neue hinzu. Trotz aller Verständigungsversuche zog sich der Kampf durch die folgenden Jahre hin, spielte sich aber der Hauptsache nach in den Vündner Tälern ab, so daß wir ihn hier füglich übergehen und einigen Friedenswerken des Bischofs Hartmanns II. die Aufmerksamkeit schenken können.
        

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