— 103 — „An des Rheines kühlem Strande Stehen Burgen stolz und her; Ihre Mauern sind zerfallen Und der Wind streicht durch die Hallen, Wolken ziehen darüber her!" An diese Worte Flavian Kaisers wird der Wanderer unwill- kürlich erinnert, wenn er von den Gestaden des Bodensees rheintal- aufwärts zieht. Beinahe von jeder Vergeshöhe grüßen ihn impo- sante Schlösser oder epheuumrankte Burgruinen, Zeugen längst- vergangener Zeiten hochromantischen Ritterlebens, Stätten froher Kampfspiele und feuchtfröhlicher Gelage, von Minnedienst und Minnegesang, aber auch von wildem Kampfgetöse, wobei wohl die meisten dieser Festen zeitweise oder dauernd in einen Schutthausen verwandelt wurden, einzelne in viel späterer Zeit wieder wohnliche Gestalt annahmen. Unter den Adelsfamilien, welche sich im 13. bis 15. und beginnenden 16. Jahrhundert in diesen Schlössern angesiedelt haben, sind die Grafen von Montfort und die aus diesen hervorge- gangenen Grafen von Werdenberg besonders in den Vorder- grund getreten, welche, wie in dem Lebensbilo des Grafen Hein- richs I. von Werdenberg-Sargans zu Vaduz^ weiter ausgeführt wurde, sich in zwei Hauptstämme spalteten! Werdenberg- Sa r g a n s und Werdenberg-Heiligenberg. Aus dem ersteren Zweige entstammten der Ehe des Grafen Hart- manns III. von Werdenberg-Sarganszu Vaduz mit einer Gräfin von Montfort-Feldkirch, deren Name nicht mit Sicherheit festzustellen ist̂, die drei Brüder R u d o l f V., der eben erwähnte Heinrich I. und ihr vermutlich jüngerer Bruder Hartmann IV., der spätere Bischof von Chur, welche bei dem um das Jahr 1354/55 erfolgten Tode ihres Vaters noch minderjährig waren3, weshalb ihr Oheim, Graf Rudolf IV. von Werdenberg-Sargans, die Vormundschaft überneh- men mußtet 7
        

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