— 29 — Möchte man also unser Gesas; seiner Form nach eher an eine jener südwestdeutschen Gruppen anschließen, die aus starker Beeinflussung der Rössener Kultur durch Hinkelstein- und Spiral- Keramik hervorgingen, so fehlt doch der Verzierung die Zerlegung und Gliederung, wie sie den jüngeren Stilen eben dieser Gruppe eignet. Das geschlossene, umlaufende, dicht gesponnene Muster läßt gerade an die älteren noch reiner dem ursprünglichen Rössener Stil folgenden Gruppen südwestdeutscher Stichkeramik denken'. Doch auch da hebt sich das Gutenberger Gefäß etwas ab, indem die Zickzacklinien seines Winkelbandes für sich selbst, also als Linien oder als Linienbündel wirken wollen, während es in älterer Rössener Zierart besonders beliebt ist, mit dem Furchenstich breitere Bänder der Gefäßwand einzurahmen, also glatte Streifen aus der dichten gestochenen Musterung der Wand auszusparen'. So will auch die Verzierung nicht eindeutig sprechen, ja nicht einmal recht zur Gesäßform passen, auf der sie irgendwie altmodisch wirkt. Das Rössener Gesäß vom Gutenberg, 50 Km. einwärts des Bodensee-Alpenrandes gefunden, ist in seiner Vereinzelung, weitab vom nächsten süddeutschen Fundort, eine Überraschung. Ob es als merkwürdig versprengtes Einfuhrstück anzusehen ist oder ob an Zuwanderung von Rössener Leuten gedacht werden muß, wird erst die Zukunft lehren. Immerhin mag darauf hin- gewiesen sein, daß der Gutenberg in dem offensten und tiefsten Torweg liegt, den die Alpen in ihrem ganzen Nordrand besitzen. ' Z.B. Nierstein, Wallertheim. Behrens a. a. O.. 25,7. IN. 11; 28.2. — Vgl. 
Rössener Futzvase P. Z. I. 1909, Tafel XI. 2. ' Eine enge Reihung 
von Furchenstich-Zickzack in senkrechter Anordnung aus dem Unterteil 
der Futzvase P. Z. I. 1909. Tafel XI. 1. Waagrecht ange- ordnet. Neudietendorf bei Gotha. Kossinna. Ursprung und Verbreitung der Germanen', Abb. 186.
        

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