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- erstatter hat denn auch in jeder Hinsicht große Ueberraschungen gebracht. Es wurden nämlich statt eines Grabhügels vier römische Kalköfen gefunden. Diese waren sehr primitiv gebaut aus dein Gestein,, das die nächsten Felsen ausschichtet und das sich selbst zum Brand vorzüglich eignet. Daraus erklärt sich auch der Umstand, daß die Ofenwände selbst gebrannt waren, und daß die Grenzen zwischen Ofeninhalt und Ofenwand nicht immer ganz sicher zu ziehen waren. Es ließ sich feststellen, daß die Oefen nicht miteinander, sondern hintereinander im Gebrauch waren, und zwar so, daß jeweilen ein neuer Ofen in Betrieb genommen wurde, wenn der alte untauglich geworden war. Der zuletzt gebaute Ofen besaß noch die beinahe vollständige Füllung mit gebranntem Kalk, war also nicht mehr ausgeräumt worden. Die Datierung der ganzen Anlage ist verhältnismäßig ein- fach, da sich im ganzen ungefähr ein Dutzend Münzen fanden, die beweisen, daß der Handwerksbetrieb wohl vom Ende des ersten Jahrhunderts bis in das vierte Jahrhundert hinein bestand. Auf die gleiche Zeit weist mit Eindringlichkeit eine aus- gezeichnet erhaltene und gut modellierte Statuette des Neptun, die von Chr. Simonett in das Ende des ersten Jahrhunderts datiert wird. Ebenfalls in die römische Zeit deuten einige wenige Sigillatascherben und ein Topf mit Girlandenverzierung. Das Erstaunlichste war, daß diesen wenigen römischen Funden eine erdrückend große Zahl Kulturell vorrömischer Funde gegenüber- stand. Da waren zunächst eine Reihe von Klapperblechen rätischer Art, wie sie auf Gutenberg ebenfalls gefunden worden sind '. Besonders auffallend war der Charakter der aufgefundenen Keramik, die in ganz wenigen Stücken sogar Einflüsse aus der Bronzezeit erkennen ließ, dann wachsend solche der rätischen Kultur und in vielen Stücken endlich starken Keltischen Einschlag verriet. Römische Einflüsse zeigten sich in der Gebrauchskeramik nur in ganz verschwindendem Maße. Die Deutung dieser Funde Kommt zu überraschenden Schlüssen. Es ist unzweifelhaft, daß wir eine Kalkwerkstätte der römischen Zeit vor uns haben, die bis in das vierte Iahr- ' Jahrbuch des Historischen Pereins für das Fürstentum Liechtenstein. 33. «and, 1333. Tafel V.
        

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