— 131 — Es ist mir vom Vorstand des Historischen Vereins für dus Fürstentum Liechtenstein der ehrenvolle Auftrag geworden, über die ur- und frühgeschichtliche Forschung der schweizerischen Nach- barschaft während der Jahre 1934 und 1935 zu berichten. Ich fasse den Auftrag so auf, daß ich nur diejenigen Funde und Ausgrabungen in den Bereich meiner Kurzen Betrachtungen ziehe, die auch für das Fürstentuni von Bedeutung sind oder werden Können, Im Kanton Graubünden waren bis jetzt vorrätische Sied- lungen unbekannt geblieben. Dem Spürsinn W. Burkarts gelang es nun. hintereinander zwei bronzezeitliche Stationen zu ent- decken. Die eine liegt weit hinten im Lugnez beim Dörfchen Surrhin, Dorl erhebt sich ein markanter Hiigel mit ebener Oberfläche mit Namen Crestaulta ^ Hoher Hügel, Eine Sondier- grabung förderte eine große Menge von Keramik zutage, die zum Teil engste Verwandtschaft mit der UrnenfelderKultur aufweist und die Siedlung in die späte Bronzezeit datiert. Daneben fanden sich aber eine Reihe von Formen, die bisher ganz unbe- kannt geblieben sind und die Möglichkeit aufzeigen, daß der Beginn der Siedlung wohl noch etwas älter sein Könnte und vielleicht, nur in einer spätern Phase starke Einflüsse der Urnen, felderkultur aufgenommen hat. Ein schmalrandiges Randleisten- beil allein genügt für frühe Datierung der ganzen Fundstelle noch nicht. Es gelang bereits, eine Urne aus den aufgefundenen Scherben zu rekonstruieren. Sie ist in ihrer Art ein Unikum, das die Forschung wohl viel beschäftigen wird. Die Gesamtform nähert sich den Formen der späten Bronzezeit. Sie besitzt abei einen Bauchknick, der nicht, wie üblich, in gerader Linie verläuft, sondern vielmehr den ganzen Urnenkörper in wellenförmiger Linie umgibt. In jedem Wellental sitzt eiu flacher Daumen- eindruck, der mit einem Kranz von Einstichen umgeben ist. - Es ist bereits Klar geworden, daß die geplante Ausgrabung von Crestault die Urgeschichtsforschung des rätischen Gebietes in unge- ahnter Weise bereichern wird. Die ziveite dieser Siedlungen liegt in der Gemeinde Halden- stein auf dem Bergsporn, der heute die Burg Lichtenstein trägt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.