Frieden in das Land einzog, sondern sich die Streitigkeiten täglich vergrößerten. Auf Grund neuer Beschwerden zog der Fürst die Kommission und den Landvogt zur Verantwortung nach Wien, wohin sie anfangs März abreisten. Am 16. Februar richtete Fürst Josef Wenzel an den Prior ?. Gabriel, dessen Ehrlichkeit und GeschicklichKeit ihm besonders angerühmt worden sei, das Ersuchen, „derselbe wolle in ermeltem meinem Reichsfürstentume bis auf meine weiters eingehende Nachricht die Interimal-Administration übernehmen, sofort zur Vermeidung aller Unordnung über die Aemter alle Oberaufsicht tragen, wessentwegen mein Rentmeister Ambrosi an denselben angewiesen wird, meinen Untertanen aber im Betruckungs- und Verfolgungssall einsweiliger Trost und Schutz angedeihen lassen..." ?. Gabriel hatte aber seine Bedenken wegen Annahme dieses Antrages. Zu Balzers waren durch die Grillotschen und abgesetzten Landammänner neuerliche Unruhen entstanden. Ein weiterer Grund der Ablehnung war, daß auch in Feldkirch „einige große Augen hierüber gemacht" haben. Im Antwort- schreiben an den Fürsten sagt ?. Gabriel, daß er sich noch vor wenigen Wochen glücklich geschätzt hätte, den Antrag annehmen zu Können. ..Naastem aber seither in dem Fürstentum Liechten- stein durch allerlei Pünte, Cabalen, Factionen (Verbindungen) und Trennungen die ehevorigen Unruhen nicht nur wieder belebt, sondern allerdings noch vermehrt worden zu sein scheinen, und da diesem Unwesen Einhalt zu tun, die beständige Gegenwart eines tüchtigen Beamten in dem Fürstentum selbst höchst not- wendig ..." Des Priors Zeit, der selbst ans Priorat gebunden, reiche wohl nicht aus und so sehe er sich veranlaßt, den ihm gemachten ehrenvollen Auftrag auch aus andern schwerwiegenden Gründen zu verbitten. Der Prior hatte durch die Nichtannahme dieses Amtes beim Oberamt und bei der Stadt Feldkirch große Ehre eingelegt, da aus oben angeführten Gründen alle gegen den Kommissär Braun waren und zum Landvogt halfen. Kommissär Braun hatte den Prior beim Liechtensteinischen Hofe empfohlen und die Ansicht des Herrn v. Wocher ging dahin, daß Kommissär
        

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