— 117 - Zwischen den Untertanen des Fürstentums Liechtenstein und dem Landvogt Franz Karl von Grillot (1753—1771) herrschten wegen der ungerechten Verwaltung dieses Landvogtes einige Jahre Streit und Mißstimmung. 
Fürst Joses Wenzel von Liech- tenstein 
regierte sein Land durch seinen Landvogt. Die von den Untertanen gegen den Landvogt vorgebrachten Klagen gelangten niemals zur Kenntnis des Landesfürsten, weil sie von dessen Premierminister, dem Herrn v. Schäffer, einem Onkel des Land- vogtes von Grillot, unterschlagen wurden. So war es möglich, daß die schlechte Verwaltung Grillots mehrere Jahre anhalten Konnte. Aus dem Wege über die Kreisstände gelang es endlich, den Fürsten aufzuklären und zur Absendung einer Kommission zu bewegen. Als Kommissär wurde zur Untersuchung der Sach- lage der Reichs-Hosagent v. Braun von Wien nach Vaduz gesandt. Zu Anfang Oktober 1771 langte der Kommissär in Vaduz an. Bald merkte er, daß ihm Briefschaften unterschlagen wurden. Da er mit dem damaligen Prior von St. Johann in Feldkirch von Jugend auf bekannt war, ersuchte er diesen um Uebernahme und Weiterleitung seiner Briefe. So wurde ?. Gabriel Rheinhard an dem liechtensteinischen Hofe in Wien bekannt. Den ganzen Winter hatte die Kommission in Vaduz zu tun, galt es doch, nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die Ver- waltung in Justiz- und Zivilsachen zu überprüfen. Gegen den Landvogt lagen schwere Beschuldigungen vor. Dem Landvogte wurde Simonie und andere für einen Beamten schwere Vergehen vorgeworfen. Obwohl Herr v. Wocher, Beamter beim Oberamt in Feldkirch, auf den Kommissär Braun nichts hielt, hatte er diesem doch die 
Akten so zurechtgelegt und vorbereitet, daß der Landvogt ruhig seines Amtes hätte entsetzt werden Können „weilen er durch ganz unerlaubte Wege sehr große Mittel gemacht habe". 8 5
        

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