— 59 - Auch in Liechtenstein haben sich Walserfamilien vereinzelt und zerstreut in den Talgemeinden niedergelassen; der Fami- lienname Walser weist mit aller Deutlichkeit darauf hin. Aber sie vermochten auf die nichtwalserische Mundart der Talorte keinen merkbaren Einfluß auszuüben. Im Gegenteile zeigt sich, daß, wie auch in Vorarlberg, am Bande des geschlossenen Walsergebietes mundartlich ein Abbröckeln beobachtet werden kann, auch in der Mundart von Triesenberg einzelne Erschei- nungen unter dem Einflüsse des Verkehres mit der Talbevöl- kerung langsam aufgegeben werden. So kann also auch hier die ausgleichende Wirkung des immer stärker werdenden Ver- kehres beobachtet werden. Bei den meisten hier besprochenen Erscheinungen, die sich in den Mundarten Liechtensteins vorfinden, handelt es sich also entweder um die Bewahrung alten Sprachgutes oder um Neuerungen, die unter dem Einflüsse benachbarter Mundarten oder' einer vordeutschen Sprache übernommen wurden. Die wirksamen Faktoren liegen dabei im wesentlichen außerhalb der Sprache bzw. der Mundart selbst und diese Faktoren wirken über das Mittelglied des Verkehres. Das ist jedoch nur die eine Seite des Sprachlebens, die in Liechtenstein eine besonders reiche Entwicklung zeigt. Es ist gewissermaßen äußere Sprachgeschichte. Daneben haben aber die Mundarten, ähnlich wie es für den Innerwald angedeutet wurde, auch in Liechtenstein eine eigene Entwicklung durch- gemacht, unabhängig von den geschichtlichen Verhältnissen im Lande und auch nicht an seine Grenzen gebunden. Diese Seite des Sprachlebens ist jedoch schwerer zu erfassen, sie kann nur im Rahmen eines größeren Teiles der alemannischen Mundarten dargestellt werden. Innsbruck, im Oktober 1934. L. J u t z.
        

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