- 58 - fnsch für „uns", schi für „sie" usw. Ebenso ist es walseriseh, wenn an Stelle der Formen gaäscht, gäät und schtaascht, schtäät für neuhochdeutsches „gehst, geht, stehst, steht" die ^ Formen geischt, gei^ schteischt, schteif gebildet werden. Sie findet sich allerdings ebenfalls noch in Teilen des Bernischen. Eine lautliche Erscheinung verschiedener Walsermund- arten wurde zur Entscheidung der Frage nach der Herkunft bestimmter östlicher Walserkolonien herangezogen. In den Wörtern „leer, schwer, Schere, ich gäbe" u. dgl. wird in Triesen- berg ein eng gebildetes ee gsprochen gegen ee. oder ää im sonstigen Liechtenstein. Die gleiche Aussprache begegnet bei den Waisern im Schan- figg, in Churwalden, Davos und Prätigau, sowie in den Vor- arlberger Walserorten, nicht aber in Avers, Rheinwald, Mutten, Sahen, Vals und Obersaxen. Die östlichen Walserkolonien er- scheinen also in dieser Hinsicht in zwei große Gruppen ge- gliedert und die Triesenberger Mundart stellt sich dabei zur erstgenannten Gruppe. Nun können, wie in den Kolonien, auch im Wallis selbst zwei Aussprachen derselben Art für dieses ee in der gleichen historischen Vertretung beobachtet werden und die geschlos- sene Aussprache begegnet dort im Unterwallis, also um Leuk, Raron, Visp. Es ist ganz unzweifelhaft, daß, wie die Vorarlberger, auch die Triesenberger Walser wie die Bewohner der übrigen Walser- kolonien diese Aussprache bei ihrer Einwanderung mitgebracht haben. Diese Klangfarbe des Vokales spricht also dafür, daß die ganze Gruppe mit geschlossener Aussprache des ee aus dem Unterwallis herstammt. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß die Triesenberger Walser direkt von dorther eingewandert sind, sondern sie können ebensogut, was an sich ja auch wahr- scheinlicher ist, aus einer der erwähnten östlichen Kolonien stammen. Immerhin kommt dieser sprachlichen Erscheinung bei der Frage nach der Herkunft der einzelnen östlichen Walser- gruppen eine nicht bloß untergeordnete Bedeutung zu.
        

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