- 56 - nördlichen Gemeinden des Landes haben sie aus der Schweiz übernommen. Ursprünglich bestand in ganz Liechtenstein in dieser Hinsicht eine einheitliche Aussprache und Uebereihstim- mung mit jener im vorarlbergischen Rheintale wie im III- und Klostertal. Durch das Eindringen der schweizerischen Ent- sprechung wurde der Zusammenhang mit dem südlichen Liech- tenstein und dem vorarlbergisehen Rheintale unterbrochen. Aus den angeführten Beispielen kann entnommen werden, daß nördlich von Schaan eine ziemlich deutliche Mundart- grenze quer durch Liechtenstein verläuft. Andere Unterschiede zwischen den Mundarten im Norden und Süden des Landes treffen in Schaan selbst aufeinander. Die moderne Mundart- forschung hat nun festgestellt, daß diese Grenzen nicht zufällig sind, sondern daß sie mit politischen, kirchlichen und anderen Grenzen aus früheren Jahrhunderten in Zusammenhang zu bringen sind. Es sind dabei natürlich auch spätere Verschie- bungen dieser Grenzen möglieh, aber im allgemeinen sind die Zusammenhänge heute noch deutlich zu erkennen. So verhält es sich auch in Liechtenstein. Allerdings gehören diese Mundartgrenzen zu den jüngeren, was ja mit Rücksicht auf die verhältnismäßig späte Germanisierung des Landes be- greiflich ist. Schaan gehörte früher der Mundart nach ganz zum südlichen Liechtenstein und die Lauterscheinungen, die heute bis nach Schaan reichen, sind erst im Laufe der späteren Zeit soweit nach Süden vorgetragen worden. Die eigentliche Mundartgrenze verläuft nördlich von Schaan und diese steht in direktem Zusammenhange mit der ehemaligen Herrschafts- grenze zwischen Vaduz und Schellenberg. Die Bedeutung dieser Herrschaftsgrenzen als Verkehrsgrenzen war seinerzeit eine ganz andere als die der heutigen politischen Grenzen. Die Frei- zügigkeit der Bevölkerung war damals bekanntermaßen in viel höherem Grade beschränkt. Auch die heutigen Grenzen im Norden und Süden des Fürstentums haben sich als Mundartgrenzen erwiesen. Insbe- sondere bestehen zahlreiche und bedeutende Unterschiede
        

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