- 48 - arlbergischen Walgau. Somit war ursprünglich auch der geo- graphische Zusammenhang vorhanden; er wurde in späterer Zeit durch verschiedene Wellen von sprachlichen Erscheinun- gen, die durch das vorarlbergische Rheintal nach Süden ins nördliche Liechtenstein drangen, zerrissen. Auf ähnliche Weise ist es zu erklären, wenn auch die Mundart in Appenzell heute noch viele Uebereinstimmungen mit jener in Südvorarlberg und im südlichen Liechtenstein aufweist. Der althochdeutsche Doppellaut ei zeigt heute in den Mund- arten Vorarlbergs und Liechtensteins überaus mannigfaltige Entsprechungen, so daß es begreiflich ist, wenn die Bevölke- rung selbst nach ihnen die Heimat eines Sprechenden zu be- stimmen versucht. Im vorarlbergischen Rheintale wird dafür bekanntermaßen äa gesprochen, z. B. i wäaß, häaßa, zäacha, säal für „ich weiß, heißen, Zeichen, Seil" u. dgl. Und diese Aus- sprache reicht gegen Süden bis genau an die liechtensteinische Nordgrenze, mit der übrigens auch noch andere mundartliche Grenzen zusammenfallen. In Liechtenstein selbst werden dafür zwar verschiedene Vokale gesprochen, aber ausschließlieh einfache Vokale, nir- gends ein Doppellaut^ Dies ist aber wichtig, weil diese Aus- sprache wiederum genau an der Südgrenze des Landes aufhört, denn südlich davon tritt in der Bündner Herrschaft zwar wieder ein Doppellaut auf, nämlich äi, also ein Doppellaut ganz anderer Art als im vorarlbergischen Rheintale. Aber auch die Arten der einfachen Vokale, wie sie in Liech- tenstein gelten, sind durchaus nicht bloß zufällig in diesei Anordnung vorhanden, sondern diese läßt sich ebenfalls ge- schichtlich erklären. Unmittelbar an das vorarlbergische Rheintal anschließend wird in Bendern, Gamprin und Ruggell ein einfaches offenes ää gesprochen, z. B. i wääß, zäacha, häaßa usw. Südlich davon gilt in Mauren, Eschen und Nendeln die Aussprache aa, also i waaß, zaacha, haaßa, saal usf. In Planken, Schaan sowie weiter südlich bis zur Südgrenze des Landes spricht man
        

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