— 47 - Mundart im verkehrsabgelegenen Bregenzerwalde wie auch westlich in Appenzell einer ruhigen Entwicklung erfreuen. Und tatsächlich haben diese Mundarten manche alte Eigentümlich- keit bewahrt, die im Rheintale durch nördliche Einwirkung verdrängt wurde. Verschiedene derartige Erscheinungen, die ehemals im Rheintale und heute noch im inneren Bregenzerwalde vorhan- den sind, begegnen auch im südlichen Vorarlberg und Liech- tenstein wieder. Daß hier Zusammenhänge vorliegen, läßt sich- nicht bestreiten. Allerdings haben sich im Bregenzerwalde auch unabhängig vom Rheintale Neuerungen verschiedener Art selb- ständig gebildet; es sind autochthone Entwicklungen, wie sie von manchen Kreisen der heutigen Mundartforschung gerne vernachlässigt oder geradezu geleugnet werden. Sie sind aber .gerade hier besonders deutlich und daher leichter zu erfassen. Auf ihnen beruht zum Teil der in verschiedener Hinsicht tief- greifende Unterschied zwischen den Mundarten des Innerwaldes und jener im südlichen Vorarlberg und Liechtenstein. Mehrere Erscheinungen, die also nach Süden vordrangen, haben an der Nordgrenze des Fürstentums Halt gemacht, andere sind in das Land selbst vorgetragen worden und auch innerhalb Liechtensteins kann eine Abstufung in dieser Hinsicht beob- achtet werden, die eben zu der eingangs erwähnten Mannig- faltigkeit in den heutigen lautlichen Verhältnissen geführt hat. Daraus erklärt sich auch die auffallende Tatsache, daß zwischen der Mundart im südlichen Liechtenstein und jener im vorarlbergischen Walgau in mancher Hinsicht eine deutliehe Aehnlichkeit beobachtet werden kann. Und dennoch besteht ein direkter geographischer Zusammenhang zwischen den beiden Landschaften nur über das Gebirge, über das jedoch ein inten- siverer Verkehr, besonders auch mit Vieh, wie er für die gegen- seitige Beeinflussung der Mundarten wichtig wäre, kaum in Betracht kommt. Die Erklärung für diese Aehnlichkeit der beiden Mundarten liegt einfach darin, daß ehemals auch im nördlichen Liechtenstein dieselbe Mundart gesprochen wurde, wie heute noch im südlichen Teile des Landes und wie im vor-
        

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