- 37 — Uebersichtsplanes) hinan, einen ziemlich steilen Felskopf von 660 m Höhe, der an manchen Fällen nahezu senkrecht abfällt und daher sehr leicht zu befestigen war. Er dürfte der wich- tigste Stützpunkt der prähistorischen Besiedelung in diesem Teile des Schellenberges gewesen sein. Seine Gipfelfläche zeigt bedeutende Reste von Trockenmauerwerk, die ein unbefugter Graber an ein paar Stellen bloßgelegt hatte, wobei auch archä- ologisches Material an den Tag kam. Wir lasen eine Reihe von Scherben auf, die den bekannten rätischen Typus der La-Tene- Zeit vertreten, wie er von verschiedenen Stellen des oberen Rheintales, aber auch aus Tirol und Westkärnten bekannt ist. Außerdem wurde die Hälfte eines Steinsenkels mit Bindungs- rillen und das Bruchstück einer kleinen polierten Steinplatte, die wohl als römisch anzusprechen ist, gefunden. Herr Hasler hat die Hänge der Kuppe schon seit längerem sorgfältig abge- sucht und hie und da kleine Schürfungen unternommen. Dabei fielen ihm verschiedene kleine Bronzen, zwei Eisenlanzenspitzen und verschiedenartige Scherben in die Hand, unter den letz- teren auch gute kammstrichverzierte La-Tene-Ware keltischen Fabrikates. Besonders auffallend ist das häufige Vorkommen kleiner Silexsplitter von grünlicher Farbe, die ein ortsfremdes Material darstellen und daher von Menschen herbeigeschafft sein müssen. Daß es sich dabei wirklich um etwas Aelteres, Neolithisches oder Frühbronzezeitliches handelt, dürfte durch die Tatsache erwiesen sein, daß Herr Hasler eine richtige kleine Pfeilspitze aus dem gleichen Materiale gefunden hat, allerdings nicht gerade auf dem Lutzengütlikopf, sondern in einem Felde bei seinem Wohnhause, das nicht allzu ferne liegt. Wir wanderten dann zu einem weit unscheinbareren Platze weiter westwärts, der den Namen Malanser führt (3 des Ueber- sichtsplanes). Es ist das ein kleines Plateau mit niederen Ab- hängen, das keine Spur von Befestigungen zeigt. Doch sind unschwer Scherben zu finden, die beweisen, daß die Stelle besiedelt war. Die Urbevölkerung saß, vor allem in der späteren Zeit, ja keineswegs ausschließlich auf den wehrhaften Anhöhen, die vielfach überhaupt nur Fluchtburgen waren und in Kriegs-
        

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