— 35 - Im April 1934 hatte ich die angenehme Gelegenheit, als Uast des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein an einer Exkursion auf den Schellenberg teilzunehmen. Dieser entzückende kleine Höhenzug besitzt eine geographische Lage, die ihn für prähistorische Besiedelung zweifellos prädestinierte. Schiebt er sich doch als trockener Riegel in das rechtsseitige Rheintal, das man sich in vorrömissher Zeit vollkommen ver- sumpft und äußerst schwer passierbar vorstellen muß, und stellt so die beste Verbindung des in der Vorzeit zweifellos stark besiedelt gewesenen Walgaues und weiterhin der Arlberglinie mit dem Rheinflusse dar, der damals möglicherweise als Was- serstraße zum Bodensee benützt wurde, auf alle Fälle aber hier am leichtesten erreicht werden konnte und zum Ueberschreiten einlud, da die linksrheinische Seite in der Gegend von Salez rasch ansteigt und daher bald aus dem Sumpfgelände heraus- führte. Aber auch die Konfiguration des Berges selbst bot in hohem Maße das, was die prähistorischen Siedler suchten. Er zerfällt in eine ganze Anzahl kleiner Täler mit angenehmen Wiesen und steilen Kuppen von mäßiger Höhe, wodurch die Bedürfnisse der Wirtschaft wie der Sicherheit in gleicher Weise befriedigt werden konnten. Denn von der jüngeren Stein- zeit bis zur unmittelbar vorrömischen Periode legten die Be- wohner unserer Alpen ihre Wohnstätten, wenn irgend möglich, auf Anhöhen mit guter Aussicht an, wobei sie in der Auswahl der Hügel noch allerhand andere Gesichtspunkte, wie reichliche Sonnenbestrahlung, frühe Ausaperung im Winter, leichte Ver- teidigungsmöglichkeit, günstige Wasserversorgung berücksich- tigten. In der Nähe mußte es natürlich auch noch genügend Weidegrund für das Vieh und einiges Ackerland geben. All das bot der Schellenberg in vorzüglicher Weise. Es kann daher nicht wundernehmen, daß in der Umgebung des Schellenberges, vor allem seines westlichen, zu Liechten-
        

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