- 9 — Zeichnung der Fundstelle und die Lichtbilder werden dem Archivberichte beigelegt. Bemerkungen. Im Zusammenhange und im Vergleich dieses neuen Fundes mit den Funden von 1910 (Fundbericht: Jahrbuch des Histo- rischen Vereines 1910, S. 188 ff.), sowie der mehr unsicheren Erzählungen über weitere ähnliche Funde (deren Gegenstand heute nicht mehr zu ermitteln ist), ergibt sich, daß die Stelle oberhalb der „Specki" in Schaan ein ausgedehntes alemannisches Gräberfeld (Reihenfriedhof) darstellt. Der Bestand ist sicher, seine Ausdehnung jedoch heute noch fraglich; die Ausgra- bungen sind noch sehr spärlich und mehr zufällig. Im Jahre 1910, anläßlich eines Neubaues, wurden laut Bericht eine Anzahl Gräber durchgearbeitet. Heuer, anläßlich der Erstellung der Friedhofmauer, schienen etwa fünf Gräber auf, wovon drei sorgfältig durchgearbeitet wurden. Immerhin sind die auf- scheinenden Funde eindeutig und in ihrer Art geschichtlich hervorragend. Sollte die Vermutung über die Ausdehnung dieses Gräber- feldes bis hinunter zur Linde und auch noch weiter nordwärts durch weitere Funde bestätigt werden, wäre ein Rückschluß auf die Bedeutung dieses Ortes zur Völkerwanderungszeit, auf die Bevölkerungsverhältnisse usw. nicht mehr schwer. Auch müßte im Zusammenhange einer größeren Durchforschung klar auf- scheinen, wie in unserer Gegend die Völkerwanderungskultur mit der römischen Kultur zusammenhängt: ob sie sich ange- nommen oder ob sie ausgeschieden nebeneinander bestanden. Sicher sind auch die Zusammenhänge jetzt schon gegeben zu der stark blühenden alemannischen Kultur in Süddeutsehland. Ein Vergleich mit den dort vorhandenen Aufsammlungen zeigt gleiche Art im Gesamtbild und im Teil. Unsere Funde können unmöglich von der gesamten Kultur dieser Gebiete getrennt werden. Schaan (vielleicht mit weiterer Umgebung) kann daher ruhig als ein blühender alemannischer Vorort gegen Süden bezeichnet werden, und diese Gräberanlage gewinnt damit
        

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