52 der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte' Mitteilung von dem Funde und unternahmen eine gründliche Nachuntersuchung der Grabhöhle. Es gelang ihnen nur noch, einige wenige Knöchel- chen des Skelettes zu bergen. Darunter befand sich ein Schneide- zahn, der auf einen Menschen mittleren Alters schließen läßt. Im Frühjahr 1933 unternahm der Verfasser dieses Berichtes auf Einladung des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein mit einigen Herren des Vorstandes dieses Vereins und mit den Herren Nheinberger eine Exkursion in das Fundgebiet, um sich an Ort und Stelle über das seltsame Grab zu unterrichten. Die Knochennadel (Abb. 5) besitzt einen runden Schaft, der am Kopf flach ausläuft. Dieser selbst ist demgemäß ebenfalls flach. Sie ist von gelblicher Farbe und weist an der Oberfläche eine Reihe feinster Rillen auf, wie sie von Knochen bekannt sind, die lange unter dem Einfluß von Wurzelfasern standen. Da-'' Loch im Kopf der Nadel ist etwas schräg durchbohrt und auf der einen Seite ein wenig unregelmäßig erweitert. — Höchst unwahr scheinlich erscheint die Erzählung von dem „grünen UhrKettchen". das an der Nadel gehängt haben soll. Es 
müßte sich demnach um einen bronzenen oder messingenen Gegenstand handeln, der schon stark oxidiert war. Bekanntlich dringen aber die Spuren der Oxidation tief in die Knochen ein. Unsere Nadel aber zeigt nicht die geringste derartige Spur. Es ist Kaum anzunehmen, daß durch den Gebrauch als Pfeifenstopfer diese Spuren verwischt werden Konnten, um so weniger, als die Nadel sicher nicht oft in dieser Eigenschaft gedient hat, denn sie weist Kaum irgendwelche Tabakspuren auf. Im Oehr selbst müßten auch Schleifspuren eines eingehängten Kettchens vorhanden sein: es sind aber solche nicht mit Sicherheit festzustellen. Ich neige zu der Ansicht, daß die Sache mit dem „UhrKettchen" ungenügender Beobachtung oder späterer Verwechslung oder sonst einem Gedächtnisfehler zuzu- schreiben ist. Eine Handhabe zur Datierung des Grabes bietet nur die Knochennadel. Sie ist in gleicher und ähnlicher Form haupt- sächlich bekannt aus den Pfahlbauten der Westschweiz, der Iura- ^ 24. Zahresber. Schweiz. Ges. für Urgeschichte, 1932, S. 32.
        

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