- IZ7 Die zweite Rede schmückt eine schöne Vignette in Kupfer- stich, die Ansicht des Schönbrunner Schlosses in seiner ganzen Front mit dem Vorhof und den beiden Obelisken. Gottsched wundert sich, daß Wien, der Sitz des römischen Kaisers, nicht schon längst die gleiche Anziehungskraft ausgeübt habe, wie einst Rom, da es doch alle die schönen Städte: Königs- berg, Breslau, Dresden, Berlin und andere an Pracht und Schön- heit weit übertrifft. 
Zahllos ist die Reihe der Paläste und Gärten, weit größer als in Paris. Unter ihnen ragen als die schönsten, hervor: die Kaiserliche Kanzlei, die ungarische, böhmische, nieder- deutsche und italienische Kanzlei; das erzbischöfliche Palais; die Paläste Liechtenstein, Dietrichstein, Auersperg, Traut- sohn, Prinz Eugen, Althann, Batthnani, Colloredo, Collalto, Harrach, Herberstein, Khevenhüller, KinsKy. Königseck, Questen- berg, Starhemberg, deren Einrichtungen, Höfe, Statuen in Gold und Marmor erglänzen. Insbesondere erwähnt Gottsched hier die Hofburg, die Theater, die berühmte Porzellanfabrik und das Schloß Schönbrunn. Zu 
den Wissenschaften und ihrer 
Pflege sich wendend, preist er zunächst die Universität mit ihrer Sternwarte, 
dem Museum für experimentelle Physik und der reichhaltigen, schön geschmückten Bibliothek, dann die beiden Akademien, die theresianische und die savoyische oder liechtensteinische als höhere Bildungsstätten. Unter den Bibliotheken werden die Universitätsbibliothek, die theresianische und die mit ihr verbundene Sammlung Garelli, besonders natürlich die Pracht und der Reichtum an Handschriften der Hofbibliothek hervorgehoben, mit der auch die Bücher des Prinzen Eugen und des Grafen Hohendorf vereinigt sind. Nach dem Lobe der Stadtbibliothek und jener des 
Stiftes Kloster- neuburg, wendet er sich den Privatbibliotheken zu. 
„Was soll ich von der großen Menge der Bücher 
des Fürsten Liech - ten stein erzählen, der mir nicht nur die Bibliothek, sondern auch die ausgezeichnete, enorme Bildersammlung in allen Räumen seines großen und fast Königlichen Palastes zu sehen und zu genießen gestattete?"
        

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