- lZ6 - Regierung war die Neuordnung der fürstlichen Bibliothek, die 1749 durchgeführt wurde, während sie bisher nur gesammelt und in einem Gewölbe in der Herrengasse in Wien untergebracht yar. Er ließ sie im Majoratshause aufstellen, wo sie noch von de Luca erwähnt und als die vorzüglichste unter den Privat- bibliotheken Wiens gepriesen wird. Zugleich wurde auch ein Katalog verfaßt, der noch jetzt vorhanden ist und in zwei Bänden die wissenschaftliche Zusammenstellung der vorhandenen Werke, in einem dritten den alphabetischen Index dazu enthält. Die von dem Fürsten Josef Wenzel Lorenz selbst erworbenen Werke, die, wie bereits oben bemerkt, sämtlich auf dem Einbande seinen Stempel tragen, sind äußerst zahlreich und beschränken sich nicht nur auf das militärische und artilleristische Gebiet, sondern unifassen alle Wissensgebiete und sprechen deutlich für die weitgehenden Interessen des Fürsten. Unter diesen Büchern befindet sich eines, das die eigenltiche Veranlassung zu diesem Aufsatz bildet und vor allen übrigen das Verhältnis des Fürsten zur Literatur und ihren Vertretern dartut. Es ist Johann Christoph Gottscheds Singularis Viiujo- bvnvnsis, 1750, eine in demselben Jahre in Leipzig gehaltene Vorlesung. Voraus geht ein Reisebericht vom Jahre 1749. Das auf Schreibpapier gedruckte, breitrandige und gut erhaltene Exemplar enthält diehandschriftlicheWidmung-. ?our 8«r> 1̂tk88s Lereniss. Nsßr. 1s ?rineö ctg I^i«oKt«n8t«in. Es wurde von dem Verfasser dem Fürsten Josef Wenzel zum Dank für die Förderung seiner literarischen Studien in Wien über- sendet. Gottsched reiste, wie er im ersten Teil erzählt, über Alten- burg und Zwickau nach Karlsbad, das er auf ärztlichen Rat aufsuchen mußte, von da über Banreuth, wo er auch das neue italienische Theater besichtigte, Erlangen, Nürnberg und Regens- burg, wo er Gelehrte und Bibliotheken aufsuchte, zu Schiff nach Wien.
        

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