Im Jahre 1483 sah sich Graf Georg V. von Werden- berg-Sargans gezwungen, die Stammes-Grafschast Sar- gans „mit Schloß, Stadt, Dörfern und Leuten, mit hohen und niedern Gerichten, Fastnachthennen, Fühlen (Todsall) und Ge- lassen usw. nach Inhalt des vorhandenen Urbarbuchs, und mit allen übrigen Herrlichkeiten, Rechten und Zugehorden" um die Summe von 15 WO rheinischen Gulden an die sieben eid- genössischen Orte: Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Unter- waiden, Glarus und Zug zu verkaufen. (Original im Staats- archiv Zürich; vgl. Sammlung eidgenössischer Abschiede, Bd. 3. 1. Abt., S. 141, Nr. 170.) Noch heute zieren die Wappen der sieben genannten Stände die Außenwand des Schlosses Sargans. Die neuen Herren und Gebieter verbanden mit dem neu- erworbenen Gebiete die Vogteien Wallenstadt, Nid- berg und Freudenberg. Die gesamte Landschaft (mit Aus- nahme des vom Kloster Pfäfers auch fernerhin besessenen Teils) bildete für dreihundert Jahre lang die Landvogtei Ober- land oder Sargans. Damit hatte der größere Teil des Sar- ganserlandes neue Herren erhalten, aber die Untertanenschaft blieb dieselbe. Statt der Grafen amteten von da an Land- vögte, die von den einzelnen Orten der Reihe nach auf je zwei Jahre gewählt wurden und im Namen ihrer „Gnädigen Herren und Oberen" Gericht sitzen, die Steuern erheben, im gegebenen Falle die Kriegsmannschaft aufbieten mußten. Nach Verlauf ihrer Amtszeit hatten die Landvögte der Eidgenössischen Tagsatzung Verwaltungs-Bericht und Rechnung abzulegen. So blieb es bis zum Revolutionsjahr 1798, nur daß im Jahre 1712 der Stand Bern in die Mitregierung aufgenommen wurde und das Sar- ganserland von da an acht Herren dienen und gehorchen mußte. Der Auszug eines neuen Landvogtes auf dem Schloß Sargans hatte daher für die Bewohner des Sarganserlandes eine überaus hohe Bedeutung. Kam einer, der uneigennützig gesinnt war und das Beste seiner Untertanen wollte, dann war es für das ganze Land ein Glück,- aber zuweilen zogen auch Landvögte auf, welche
        

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