127 - oberschwäbischen Münzstätten und dem Tiroler Gebiet vertreten sind, läßt sich besonders durch die KriegerischenEreignisse erklären, die sich im 15. Jahrhundert in unserer Gegend abspielten und die viel schwäbisches uud auch Tiroler Kriegsvolk in unser Land brachten. In politischer Hinsicht spricht der Schellenberger Fund eben- falls eine bedeutsame Sprache. Das 15. Jahrhundert war in unserer Gegend der Schauplatz zahlreicher Kriegerischer Ereig- nisse, so in den Iahren 1405, 1445 und 1499. Der schwäbische Bund, dem unser Gebiet angeschlossen war, stand in fortwähren- der Fehde mit den benachbarten Appenzellern und St. Galler Eidgenossen. Es war die Zeit der Schwaben und Appenzeller Kriege. Handel und Verkehr zwischen den sich feindlich gegen- überstehenden Nachbarn waren dadnrch stark unterbunden und wir dürfen uns deshalb nicht wundern, wenn wir unter der Fund- masse auch nicht ein einziges Stück aus der St. Galler Münzstätte vorgefunden haben. Zwar hat die St. Galler Münzstätte im 15. Jahrhundert nur wenig Münzen ausgeprägt, doch sind uns immerhin K Münztypen von St. Gallen aus dem 15. Jahrhun- dert bekannt und sicher wäre wenigstens ein Stück im Funde vorhanden gewesen, wenn an Stelle der Feindseligkeiten freund- schaftliche Beziehungen geherrscht hätten. Wohl eine der wichtigsten und interessantesten Fragen, die uns anläßlich eines Münzfundes gestellt werden, betrifft die Zeit der Fundvergrabung. Diese Frage Kann leicht beantwortet wer- den, wenn es sich um einen genan datierten Münzfund handelt, d. h. wenn auf den Münzen die Jahreszahlen aufgeprägt sind. In einem solchen Falle gibt die jüngste Münze einen ziemlich sicheren Anhaltspunkt für die Zeit der Vergrabung. Ist z. B. bei einem Funde die älteste Münze vom Jahre 1502 und die jüngste Münze vom Jahre 1610, so Kann der Fund nicht vor 1610 vergraben worden sein, sondern erst nach 1610. Vor dem 16. Jahrhundert wurden auf den Münzen Keine Jahreszahlen aufgeprägt. Erst ab 1500 wurde es allmählich Gepflogenheit, die Münzen mit Jahreszahlen zu versehen. In unserem Funde ist
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.