- 1.21 - tureller Beziehung die erste Stelle einnahm. Das Konstanzer Münzgebiet umfaßte die ganze Bodenseegegend bis beinahe nach Chur. Ueberall wurde nach dem Konstanzer Münzfuß gerechnet und bewertet. Damit ist aber nicht gesagt, daß das Konstnnzer Geld gerade aus der Konstanzer Münzstätte herrühren mußte. Es gab um deu ganzen See herum münzberechtigte Herren und Städte. Außer Konstanz besaßen noch das MUnzrecht Reichennu, Radolfszell, Ueberlingen, Buchhorn, Ravensburg, Ulm, LeutKirch, Lindall, St. Gallen und die Grafen von Montsort. Der Münzfuß entsprach aber ganz genau dem der Konstanzer Münze. Die BraKteaten waren von 1200 bis 1400 im Umlauf. Sie mußten wegen ihrer Gebrechlichkeit häufig außer Kurs gesetzt und durch neue Präguugeu ersetzt werden. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurden diese Hohlmünzen bedeutend Kleiner, dafür aber aus stärkerem Silberblech geschlagen und behielten auch während des 15. Jahrhunderts noch lange ihren Wert als Pfennig, wie auch einzelne im Schellenberger Funde vorhandene Stücke beweisen. Freilich Konnten sich die letzten Ausläufer der BraKteaten nicht mehr mit dem zierlichen Gepräge des 12. lind 13. Jahrhunderts messen. Die Kleinen Silbermünzen Konnten auf die Dauer dem wachsenden Geldverkehr nicht genügen, lind in Italien ging man schon im 13. Jahrhundert dazu über, größere Silbermünzen und auch Goldmünzen zu prägen. Florenz machte mit der Prägung von Goldmünzen den Anfang und das Eindringen dieser Gold- miinze läßt sich bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts feststellen. Konstanz war infolge des regen Verkehrs mit Italien die erste deutsche Stadt, in der der Einfluß der italienischen Gold- gulden — wie man diese Münzen nannte — zu beobachten war. In Deutschland ging man erst zu Ende des 14. Jahrhunderts dazu über, Goldgulden, die ein Gewicht von 3,5 Gramm hatten, zu prägen. In der Bodenseegegend begann man jedoch erst im 16. Jahrhundert mit der Prägung von Goldmünzen. Das Ein- dringen der fremden Geldsorten in der Bodenseegegend machte den münzberechtigten Herren und Städten schwere Sorge. Haupt-
        

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