— 86 — der Laudcskasse. Den Anlaß hiezu bor der in diesem Jahre stattgefnndene Verkauf der fürstlichen Alp Sücca, welche bei der Versteigerung von Triesenberg um 36,006 sl. ') erstanden wurde, jedoch mit der von der sürstl. Domänenverivaltung veranlaßten Bedingung, daß die Gemeinde eine gemeinschaft- liche AIpwirtschast aus alten ihren Alpen einführe. Die bisherige Bewirtschaftung der' ausgedehnten Alpen- gründe der Gemeinde Triesenberg wurde nämlich von den Viehhaltern daselbst nicht — wie in den übrigen Alpen Liechten- steins — gemeinschaftlich betrieben. Jeder Viehbesitzer war ge- nötigt, znr Besorgung seiner Milchkühe alle Abende den 1'/'- bis 2'/2 Stunden weiten Weg in dic Knhnlpen zn machen, um dann in den Frühstunden wieder zu den Tagesarbeiten über den Kulm zurückzuwandern. Diese althergebrachte Art der Bewirtschaftung der Alpen war besonders für den kleineren Viehbesitzcr mit einem unvcrhältnismäßigen Zeitnufivande ver- bunden uud benachteiligte auch die Qualität der Milchprodukte. Ferner erforderte dieser Betrieb eine große Anzahl von Alp- hütten, für deren Erstellung und Erhaltung eine Masse Holz alljährlich aufgewendet werden mußte. )̂ Die Einführung der viel rationelleren gemeinschaftlichen Alpwirtschaft, welche von der Regierung schon seit einer Reihe von Jahren, angestrebt wurde, aber stets an dem Widerstände der Gemeinde scheiterte, war daher als ein gesunder Fortschritt sehr zu begrüßen. Es mußten nun mehrere neue, große Wirt- schaftsgebäude errichtet werden. Die Auslagen für diese Nen- ersrellungen sind der Kaufpreis für die Alp Süecn verursachten eiuen Kostenauswand von über 50,000 fl. Das vom Landtage bewilligte Darlehen setzte die Gemeinde in Stand, die finan- zielle Frage relativ leicht zu lösen. Der Versuch, auch die im Privalbesitz befindlichen Wiesen am Steg nnd in Melbun für )̂ Der Kauferlos vvn 36,000 fl. wurde vom Landesfürsten dcr Gemeinde Schnan zum Bau der neuen Pfarrkirche geschenkt. Dieselbe kam in den fvlgendcn Jahren nach den Plänen des sürstl. Architekten v. Ncumann znr Ausführung und crhiclt noch weitere Vergabungsn von Seite des hochherzigen Spenders. -) Vgl. v. Klenze, die Alpwirtschaft im Fürstentum Liechtenstein. Stuttgart 1879.
        

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