— 74 — Der Landesfürst ernannte zum neuenLandes- verweser den k. k. Bezirkskommissär Karl von Inder Maur aus Strelburg uud zu Fr eise t d, welcher zuletzt bei der k, k. Niederösterreich. Statthalterei in Wien als Präsidial- sekretär in Verwendung gestanden war. Die Amtsübergabe erfolgte am 25. September. 1884. ' . Ordentlicher Landtag vom 2«. Juni bis ». September 188». An Stelle des verstorbenen Abg. Dr. Peter Marxer ') trat der Ersatzmann Josef Gstöhl von Eschen in den Landtag ein. Alls den Bureauwahlen gingen hervor als Präsident Dr. Albert Schädler; als Vizepräsident Kanonikus Johann Baptist Büchel von Vaduz; als Sekretäre Xaver Bargetzi und Martin Oehri. Von den Beratuugsgegenständen, welche den Landtag in dieser Sitzungsperiode geraume Zeit in Anspruch nahmen, ist besonders hervorragend die Frage des Ausbaues der Rhein- korrektionslinie. Der von der Regierung mitgeteilte Ex- pertenbericht des Landestechnikers Rheinberger knüpft an die im Jahre 1884 eingehend gepflogenen Landtagsverhandlungen an und rät unter' den gegebenen Umständen die tunlichste Voll- endung der Rheinkorrektionen. Der Experte ineint, daß mit der Vollendung der alten und der Herstellung der noch fehlenden Abg. 
Dr. Peter Marxer, gebürtig voll Gamvrin, wirkte eine Reihe von Jahren als praktischer Arzt in Bcndern. 
Er hinterließ eine edle Stiftung — bestehend in einem Kapitalssond von 14,000 
sl. und in einem Grundstücke — zum Zwecke der Gründung einer Wnisencmstnlt in Bendern mit der alternativen Bestimmung, daß wenn innerhalb IVJahren (d. h. bis spätestens 5. VI. 
1895) das in erster Linie angestrebte Waisen- haus nicht in Angriff genommen sein sollte, 12,999 
sl. vom Stistnngs- kapitalc an die Gemeinde 
Ruggell zur Erstellung einer Kirche, die übrigen 2000 fl. aber sowie dcr Zmszuwachs aus den 11,000 
fl. und das Grund- stück an die Pfarrpsründe Bendern fallen sollen. Das geplante Waisen- haus kam hauptsächlich infolge cigemnächtigen Vorgehens des Testamcnts- exekutors und den daraus erwachsenen Differenzen mit der Regierung, sowie aus sonstigen triftigen Motiven nicht zustande und so fiel die Stift- ung den in zweiter Linie oben genannten Zwecken zu. Auch ein vom Landtage im Jahre 
1894 gemachter Versuch, die Anstalt als Landes- waisenanstalt zustande zu bringen, scheiterte aus verschiedenen Gründen.
        

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