— 185 — brachte bis zum „lUtrssurrexit"; — da entsank die Feder seiner nun kraftlos gewordenen Hand sür immer! Ein mehrjähriges Nerven- und Lungenleiden setzte, z n früh, seinem arbeitsreichen Leben, das Ziel. Ist damit auch ein hellglänzender Stern am musikalischen Himmel erloschen, seine hinterlassenen Werke werden den Glanz nicht ganz er- löschen lassen; nicht nur eines wird den geschiedenen Meister überleben und einen dauernden Platz in der Musiklitteratur er- halten. In der Musikgeschichte wird sein Name in Ehren weiter leben als der eines hochbegabten, genialen Komponisten und Lehrers, eines durchaus lauteren, achtunggebietenden Charak- ters, eines vornehmen, edlen Menschen, dem alles Gemeine im Leben sowie in der Musik ferne stand. Seiner. Mutter Wunsch, daß der Sohn sich dem geistlichen Stande widme, ging nicht in Erfüllung; Priester ist er nicht ge- worden; aber zur Stufe eines Hohenpriesters musika- lischer Kunst ist er emporgestiegen. Entsprechend seinem verdienstvollen Wirken im Leben, ivurde Rheinberger mit allen Auszeichnungen auf 
dem süd- lichen Friedhofe in München zur letzten Ruhestätte begleitet. Die ganze musikalische Welt Münchens, - die hervorragendsten Vertreter der Wissenschaft und Kunst hatten sich zusammen- gefunden, um eine des geschiedenen Meisters würdige Trauer- feier zu begehen. Der Verein der Studierenden der Akademie, der Tonkunst eröffnete den imposanten Trauerzug, die Bürger- sängerzunft, der Akademische Gesangverein, der Münchner Oratorienverein, Generalintendant Freiherr v. Perfall mit dem Lehrpersonal der Akademie der. Tonkunst, die Mitglieder der Hofkapelle und ein langer Zug von Leidtragenden aller Stände von hier und auswärts reihten sich an. Hinter dem Sarge schritt sein Neffe. Als der Sarg cm der Gruft anlangte, brachte die k. - Vokalkapelle den Chor „Staub, bei Staube ruhst du nun," ein Werk des Verstorbenen (op. 24), zum Vortrage. Hierauf hielt Stadtpfarrer Gallinger die Grabrede, in welcher er ein Bild von dem Leben und Schaffen „des hervorragenden Künst- lers und. eines der edelsten Menschen" entwarf. Dann sprachen noch verschiedene Personen namens von Korporationen und
        

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