— 181 — des vollen Werkes mit seiner Fülle und Gewalt, seinem Glanz und den donnernden gigantischen Bässen, dann in andächtige Stimmung mittels der zarten Register, deren Töne wie aus -einer überirdischen Welt herniederklangen. Bezüglich dieses Werkes äußerte sich Rheinberger gegen mich: sie, hätten in München zwar größere Orgeln, aber keine, welche die Vorzüge der Vaduzer Orgel in sich vereinige. , Schließlich noch einige Worte über Rheinberger's Kirchen- musik. Diese lag ihm vor allem schon von Jugend auf sehr am Herzen und es blieb ihm diese Vorliebe zeitlebens. Er war eine tiefreligiöse und kirchlich strenggläubige Persönlichkeit, ebenso auch seine Gemahlin, mit welcher er sich — sie war Witwe — 1876 verehelichte. Aus innerer Nötigung schrieb er deshalb Messens Hymnen, Motetten 2c. 2c. in nicht geringer Anzahl. Oben schon wurde die große 8-stimmige, dem Papste gewidmete Messe genannt. Weiter sei erwähnt ein Ltg.dg,t Nat6i' und das unter Anlehnung an die Kirchenmusik im 16. und 17. Jahrhundert (Palestrina-Stil) komponierte Requiem, wohl die beste seiner in dieses Fach gehörigen Leistungen. Bezüglich seiner Kirchenkompositionen hatte Rheinberger von den strengen Cäcilianern manche Anfechtungen zu erleiden, namentlich hinsichtlich der Textbehandlung. Besonders eine streng abfertigende Kritik des Cäcilianers Witt über in dieses Fach einschlagende Rheinberger'sche Arbeiten verletzte ihn tief. Als Kirchenkomponist wurde Kaspar Ett von R. sehr hochge- schätzt. Günstigen Einfluß auf des Meisters Schaffen übte dessen fromme, künstlerisch veranlagte, künstlerisch und musi- kalisch gebildete, auch mit allgemeiner Bildung und namentlich Sprachkenntnissen reichlich ausgestattete Gattin Frcmziska Rhein- berger — sie pflegte unter dem Namen Fanny v. Hoffnaß als Dichterin .in die Oeffentlichkeit zu treten —, indem sie die Texte zu vielen seiner größeren und kleineren Tonschöpfungen dichtete, z. B. „Christophorus", „Monitsort", „Toggenburg", „Der Stern von Bethlehem" 2c. 2c. Auch regte fie ihn sonst vielfach zu neuen Leistungen an. Zu seinem größten Schmerze wurde ihm die edle, treue Lebensgefährtin am 31. Dezember 1892 durch den Tod entrissen^ Den Seinen und der alten Heimat bewahrte Rheinberger stets liebende Anhänglichkeit. 12
        

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