— 180 — Orgelmerke und Kirchenmusik. Die Kinderlieber (op. 152) sind als besonders gelungen zu bezeichnen; viele seiner frischen M ä n n e r chöre erfreuen sich meiter Verbreitung. Seiue Vokal- kompositionen zeichneil sich durch die Kunst sanglicher Stimm- führung, sowie durch Fluß und Wohlklang vorteilhaft aus. Nur einige seiner Werke können hier noch namhaft gemacht werden. Ich nenne das Ls-clur-Quartett für Klavier, die Ouvertüre zu Schillers „Demctrius"/ das symphonische Tongemälde „Wallenstein", die Chorwerke „Christophorus" und „Moutfort", die „Rosen von Hildesheim"; die Opern: „Die sieben Raben", „Des Türmers Töchterlein". Im dra- matische-? Schaffen lag Rheinbergers Stärke nicht; diese zeigte er in hervorragendster Weise ans dem Gebiete der Orgelkom- positionen. Hier konnte der Meister — selbst, eil? tresslicher Orgelvirtuos lind wahrer Künstler im Vortrage — sein emi- nentes kontrapunktisches Wissen und Können in vollstem Maße zur Geltung bringen. Außer mehreren kleinerei? Sachen für Orgel schrieb der Meister 2 0 Orgelsonaten, darunter die grandiose in (ZIS7M0II (op. 175), sowie 2 Orgelkonzerte und wirkte bezüglich ersterer wirklich bahnbrechend. Einer seiner früheren Schüler, Sander, nennt ihn den Vater der Orgelsonate, die er läuterte von den süßlichen, schwächlichen, orgelwidrigcn Zügen, welche seine Vorgänger an diesen Gebilde!? noch geduldet hatten. Vom 28. bis 30. März 1874 wurde das Stillebei?, des Ortes Vaduz aus eine angenehme Weise unterbrochen; dem? da war uns Gelegenheit geboten, Rheinberger als Orgelvirtu- osen zu bewundern bei Uebernahme der neuen Orgel, ivozn derselbe seitens des hochsinnigcn Landesfürsten Johann II.') eigens von München hierher berufen worden war. Das herr- liche Werk, dessen Disposition Rheinberger und der Orgelbauer Steinmeycr von Oettingen a. R. in Baiern entwarsen, hat 3 Manuale und 33 klingende Register. An genannten 3 Tagen, besonders aber .am 30. März, beim eigentlichen Orgelkonzerte, welches von Ortsbewohnern und Auswärtigen zahlreich be- sticht war, setzte er die Zuhörer in Erstaunen durch die Majestät l) Der edle Fürst hat aus eigene Kosten das kunstvolle Orgelwerk erbauen lassen.
        

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