— 172 ^- Da befand sich nun der jnnge Kunstbeflissene in seinem Lebenselemente; nur mangelten ihm noch die Werke der Klassiker. Mozarts,-Bethovens, Bachs Werke waren damals schwer-auf- zutreiben, zumal in solcher Abgeschiedenheit. Doch lebte zu dieser Zeit in Feldkirch ein -Mann, welcher im Besitze solcher Werke, besonders der Bach'schen, sich befand und helfend eintrat. Dies war Nikolaus Moritz, früher Oberlehrer ') an der k. k. Muster- hauptschule in Innsbruck, der als Pensionär seine alten Ruhe- tage in Feldkirch verlebte. Er war selbst guter Musiker und gab aus seinem Notenschrcin hie und da ein Heft Bach- an Josef ab und wenn dieser ihm den Inhalt des Heftes aus- wendig vorspielen konnte, erhielt er̂ ein anderes. So wurde vom Leichteren zum Schwerereu fortgeschritten und der Schüler lebte sich uach und nach ganz in Bach und Bach'sche Formen ein.-Moritz besaß selbst ein ordentliches Klavier und lud-den kleinen Künstler öfter zu vierhändigem Spiel ein. Dieser ver- gaß die Gunst des alten Herrn nicht und beehrte denselben später jedesmal mit einem Besuche, wenn er in den Ferien .von München über Feldkirch nach Hause reiste, was Moritz stets recht sreute. Ebenso hielt er es diesbezüglich mit seinem Lehrer Schmutzer und dem Gönner Schrammel. Oefters hatte unser junger Meister Gelegenheit, hier bei verschiedenen Veranlassungen in Konzerten 2c. 2c. als Pianist seine Kunstfertigkeit zu zeigen, die allgemein Bewunderung er- regte. Bei einem im Jahre 1849 von dein aus Frankreich zurückkehrenden Komponisten Matthäus Nagiller veranstalteten Konzerte lernte dieser den mitwirkenden Josef kennen und er- kannte sofort das nicht gewöhnliche Talent des 10 jährigen Knaben. Er reiste eigens nach Vaduz und suchte den Vater Josefs zu bestimmen, seinen Sohn am Konservatorium in München iveiter ausbilden zu lassen. Nach genossenem ^jährigen Unterrichte — 1849 u. 1850 — in Feldkirch kehrte Rheinberger in die Heimat zurück. Hier wurde fleißig weiter musiziert. -Auch die schon vor seinem Ab- gang nach Feldkirch bei dem fstl. Hoskaplan Johann Franz Fetz in Vaduz frequentierten Privatstunden in Religion, deutscher I) Nicht „G 
umnasialleh r e r", wie er in anderen Berichten und in dem Tngebuchc der Frau Rheinberger genannt ist.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.