— 169 — Wolfinger und der gesamten Gemeinde versah. Da aber die Beine des jugendlichen Organisten die Pedaltasten der neubc- schafftcn Orgel ') nicht erreichen konnten, so fertigte ihm ein Kirchenchorsänger (Ferdinand Lampert, vieljähriger, wohl- bekannter Wirt auf dem Schloß zu Vaduz), der zugleich ein geschickter Schreiner war, einen entsprechend hohen Pcdalauf- fntz an, und so ging dann das Pedalspiel ganz gut. Dieses HilfSpedal hatte seinen Platz auf der Orgelempore in der kleinen alten Kirche bis zu deren Abbruch im Jahre 1873, wobei es abhanden kam und leider nicht wieder aufgefunden werden konnte. Die Gemeinde war bald stolz auf ihren kleinen Orga- nisten, der schon auf dem Gebiete der Komposition sich ver- suchte und kleine Lieder, Verfette», sowie eine dreistimmige Vokalmesse mit Orgelbegleitung für seinen Kirchenchor schrieb, was Aufsehen in Vaduz und der ganzen Umgegend erregte. Bis zum Bischof von Chur drang die Kunde von dem wunder- bar begabten jungen Musiker, und der hochwürdige Herr ließ Josefs Vater, der früher im bischöflichen Verwaltungsdienste mithalf, einladen, ihm den Sohn vorzustellen, welchem Ver- langen gerne entsprochen wurde. Man führte Joses in den Dom, woselbst ein Lalvs RsZIng. für 4 Männerstimmen mit obligater Orgelbegleitung auflag. Der Kleine übernahm die Begleitung und der musikliebendc hochwürdige Herr stimmte mit einigen Klerikern den Gesang an; doch schon nach wenigen Takten sprang der Knabe, vergessend, wen er vor sich hatte, von seinem Sitze auf und rief entrüstet: „Aber, Herr Bischof, Sie singen ja falsch!" Für sein Können und den an den Tag gelegten Freimut wurde der hocherfreute Musiker und Kritiker von dem Bischof mit einem Dukaten beschenkt. , Die beengten Verhältnisse sowie die abgeschiedene Lage seines kleinen Heimatsortes waren für die Entfaltung des jungen aufkeimenden Talentes wenig günstig, da die Gelegen- heit, gute Musik zu hören, fehlte. Gegen minderwertige Musik aber hatte. Josef schon damals eine kräftige Abneigung ; denn )̂ Zur.Beschaffung dieser neuen Orgel wirkte Vater Rheinberger wesentlich mit; er hatte s. Z. ein diesbezügliches, bindendes Versprechen gemacht und es treu gehalten.
        

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