— 168 — die älteren Schwestern Josefs vom damaligen Lehrer Sebastian Pöhln in Schacm Unterricht im Gesang und - Guitarrespiel, wobei der vierjährige Josef gewöhnlich zusah und zuhörte. Hier zeigte es sich nun bald, daß der geweckte, muntere Knabe für Musik weit empfänglicher war, als seine Schwestern. Pöhly, ein geborener Tiroler, erkannte das offenbare Musiktalent des Knaben uud riet dem Vater dringend, denselben musikalisch ausbilden zu lassen, wozu dieser endlich seine Einwilligung gab. Der Lehrer unterrichtete von da ab seinen lernbegierigen Schüler in den Anfangsgründen des Klavierspieles, wobei der Kleine so überraschende Fortschritte machte, daß ihm der Vater bald einen kleinen aufrechtstehenden Flügel') von Wien kommen ließ zur größten Freude des überglücklichen jungen Musikers. Bisher waren nämlich die Unterrichts- und Uebungsstnnden an dem dürftigen Klavier (Harpsichord) des Lehrers abgehalten worden. Auf Anraten Pöhly's ließ der strenge Vater Rheinbergers diesen die Tonleitern täglich viele Male spielen und wenn dies zufriedenstellend durchgeführt war, wurde eine kleine Geld- belohnung hierfür auf das Klavier gelegt. Der Schüler ge- wöhnte sich hierdurch an energisches, möglichst vollkommenes Neben; das erhaltene Geld aber wurde zur Erwerbung neuer Musikalien aufgespart. Nach zweijährigem Unterrichte weihte Pöhln den eifrig weiterstrebenden Eleven mittels einer leichtfaßlichen Methode auch in die Geheimnisse der Musiktheorie ein und regte so dessen Schaffensdrang noch mehr an. Das Klavierspiel wurde fleißig fortgesetzt und zugleich damit das Orgelspiel verbunden; freilich entsprach das kleine zur Verfügung stehende Orgel- werkchen nur wenig auch den bescheidensten Ansprüchen. In- des machte Josef dennoch im Orgelspiel derartige Fortschritte, daß der siebenjährige Knabe im Jahre 1846 den Organisten- dienst in der Kirche zu Vaduz, wo gerade ein befähigter Orga- nist fehlte, übernehmen konnte und denselben zur vollen Zu- friedenheit des etwas musikkundige.n Pfarrers Josef Anton Dieser Flügel steht dermale» noch in Vaduz bei seinen Ver- wandten und Erben im sogenannten „roten Hnuse" Nr. 105 und wird wohl als kostbare „Reliquie" erhalten bleiben.
        

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