— 102 — Vieh trieben sie weg, 4000 Verner blieben auf dem Schlachtfelde. Jetzt war das Elend unaussprechlich mit Plündern und Morden. Sie legten schon auf andere Orte Brandschatzungen. Die Beamten wurden verjagt oder übel behandelt, die Geistlichen vertrieben, die Kirchen geplündert, die Kirchengllter verkauft; bäld gingen schon in gedruckten Büchern die französischen Gesetze aus. Alle re- formierten Kantone haben mit höchster Freude Freiheitsbäume errichtet, sonderheitlich die zu Grabs und Werdenberg, die ohne- dem viele Jakobiner im Lande haben, haben einen erstaunlichen Jubel. Die katholischen Orte aber, wie Gams und Sargans haben bis dato noch keine errichtet. Der Abt von Pfäfers hat ebenfalls seine Untertanen und seine Rechte niedergelegt, wie die anderen Stände auch tun. Die Schweizer schicken Deputierte nach Paris, aber diese sollen nicht einmal angehört worden sein. Der franzö- sische General Schauenburg stellte die Forderung, daß die ganze Schweiz nach dem französischen Fuß solle umgeordnet werden. Die Kantone Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, wie auch Appenzell, das ganze Rheintal von Thurgau, Gams und Sargans wollen die Constitution nicht annehmen. Hingegen Zürich. St. Gallen und alle reformierten Kantone wünschten es oder haben sie schon aner- kannt. Die katholischen Stände haben einhellig zusammengeschwo- ren, Blut und Leben für die Religion und das Vaterland aufzu- opfern. Sonderheitlich die zu Sargans zogen unter den freien Himmel. Da wurde beschlossen, für die Religion zu sterben; alles siel nieder auf die Knie, man betete mit großer Andacht 5 Vater- unter; hernach stand man auf und hob 3 Finger gegen den Him- mel und schwur den Eid, alle für einen und einer für alle zu sterben, das Vaterland und die Religion zu verteidigen, so lange ° sich ein Blutstropfen, in ihren Adern rühre. Ende April ging das Gerücht, die Franzosen hätten schon Rapperswil besetzt. Die Furcht war groß und am 24. hat sich der Abt von Einsiedeln ge- flüchtet mit vielen Konventualen nach St. Eerold. Ebenso hat sich der Abt von Pfäfers nach Eschen geflüchtet. Auch kam nach Vaduz die Aebtissin von Schanis und viele andere reiche Leute. Im September kamen in die hiesige benachbarte Gegend, dem Rhein nach, auch einige tausend Franzosen ins Quartier. Die nahmen anfänglich gleich alle Schiffe aus dem Rhein und besetzten
        

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