- 101 — Zehnten geschenkt aber beim Landesfürsten 
haben sich unsere 
Vor- steher nie 
gemeldet. In Gamprin ist das Eerllt und 
die Falls- au auch 
zu Feld gemacht 
worden. Im Maurer Riet und auf dem Lezebüchel sind ebenfalls Felder gemacht worden. Jene Mordtat, welche die Bludenzer an dem Kreishauptmann Jgnaz 
v. In der Maur am 
10. August vorigen Jahres ausübten, ist ihnen sehr mißlungen, denn alle, 
die Hand anlegten, sind letzten Sommer 
in Eisen und Banden nach 
Bregenz geschleppt worden. Ihr Vermögen soll durch Exekution 
und Unlüsten aufgehen. Der Kreishauptmann soll sür unschuldig erfunden sein. Vom Jahre 1738. Die französische Freiheitsseuche steckt' schier die ganze Schweiz an. Am 3. und 
4. Hornung wurden hier in der Nachbarschaft Grabs und 
Werdenberg Freiheitsbäume auf- gerichtet. In Salez sind die Untertanen alle berufen worden vom Landvogt. Er hörte ihre Beschwerden an. in der Meinung, sie in Güte zu besänftigen. Allein 
ihre Forderungen waren schwer, nämlich frei 
zu sein vom 
Totenfall, Zehnten, Grundzinsen, allen obrigkeitlichen Abgaben, 
freie Fischerei und Jagdbarkeit. Etliche Jahre hernach wurden auch in Maienfeld und Ma- lans Freiheitsbäume aufgerichtet. Am 11. und 
12. Hornung wurde das ganze Landvolk im Rheintal und Thurgau versammelt, in obigen Geschäften Landsgemeind zu halten. (Unterdessen waren 
die Franzosen in die Schweiz ein- gefallen und 
hatten sämtliche Kantone, von denen mehrere gar keinen Widerstand leisteten, die andern von der feindli- chen 
Uebermacht besiegt wurden, unterworfen. Mit Ausnahme Graubllndens.) Die Franzosen gaben den Schweizern 
vor, sie seien nicht ge- kommen, 
um sie zu erobern, sondern zu befreien, daher haben die Eidgenossen zum Kriege keine 
rechte Lust gehabt. Jetzt hatten die Franzosen die schönste Gelegenheit, die Schweiz einzunehmen und zu Anfang 
des Frühlings machten sie einen Einfall in Bern und 
fanden schlechten Widerstand. So 
eroberten sie in 5 Tagen 3 Kantone: 
Bern, Freiburg und 
Solothurn. Erstlich plünderten sie die Zeughäuser und unterwarfen das ganze Landvolk. Roß und
        

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