— 94 - Hier in der Herrschaft Schellenberg und Vaduz muß man 15 Mann geben. Die haben bis 
dato gekostet mit Montur und Gewehr 2259 fl. Zwei Reiter 
von Eschen haben 
verreisen müssen, sind aber nur auf Meersburg zum Lernen, 
den 12. Oktober sind 3 Fußgänger abgereist, 
den 29. Oktober ein Reiter, 
den 5. No- vember haben 
wieder 6 Fußgänger verreisen müssen. Das verflossene Jahr 1792 ist ein unbeständiges Jahr mit sehr rauhem und naßkaltem 
Wetter, so daß- 
die Feldsrüchte schier gar nicht reif geworden. Der Winter war ebenfalls rauh und kalt mit überflüssig vielem Schnee. Am 29. April erfolgte die 
Kriegserklärung Frankreichs an Oesterreich, hierauf brach das Kriegsfeuer in 
vollen Flammen aus. sEs wird nun weitläufig der Krieg 
von 1793 beschrieben, was wir aber übergehen.) Anno 1794 auf 
den 12. Februar kam von unserem 
Kriegs- ausschuß ein Reikript, 
daß solle die Reichsarmee 
mit 4999 Mann verstärkt werden, wovon es 
unserem Herrschäftle Liechtenstein 8 Mann trifft; 
auch solle eine Landmiliz 
von 49 999 Mann errich- tet werden, wovon es abermals 
unserem Herrschäftle 89 Mann trifft. Ferner soll ein allgemeiner Beschreib der Landschaft 
gesche- hen und alle waffentüchtigen Männer 
von 18—59 Jahren 
authen- tisch aufgezeichnet worden, wie ihr Stand und Gewerbe, wie auch ihr voriger Militärdienst, und 
alle diese sollen sich bereit halten mit 
Gewehr, Pulver und Blei, oder anderen 
kriegerischen Instru- menten, auch Geld und 
Brot sollen sie mitnehmen; und auf ein Zeichen, oder so man die Sturmglocke 
läutet, solle alles marsch- fertig sein. Darüber wollten unsere Beamten 
nicht sogleich ins Werk gehen, 
bis sie endlich vom 
Oberamte scharf angehalten wurden, solches zu vollziehen. Alsdann wurde in allen Gemeinden Rat gehalten 
über dieses schreckliche Edikt; allein man fand hier verschiedene Meinungen. Einige 
wollten sich gewalttätig 
wider- setzen, andere wollten 
Gehorsam leisten. Ja das Oberamt ging selbst hierüber in der 
oberen Herrschaft in die Gemeinden, das Votum aufzunehmen; keine Gemeinde 
wollte sich zum ersten er- klären. Auf 
den 12. März wurde ein Expreßbote in die untere Herrschaft geschickt, sich bis morgen früh beim Oberamt einzusinden,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.