- 89 — Es ist von Ihrer Hochfürstl. Gnaden von Chur in seinem gan- zen Bistum verboten worden, außer Lands mit Kreuz zu gehen,- und es ist in allen Pfarreien verlesen worden. Da nun' die untere Herrschaft Schellenberg einen löblichen Prozessions- oder Bittgang nach Rankweil auf U. L, Frauenberg, wie bei ihnen von alters her und zwar bei 299 oder mehr Jahren üblich und bräuchig gewesen, und allzeit auf St. Josephstag ist gehalten worden, und dies war just der erste Kreuzgang, den man sollte unterwegen lassen,' was geschieht aber? Die Vorsteher in der Herrschaft Schel- lenberg sind am selben Sonntag, als am 15. März im Zollhaus auf Rofenberg zusammen gekommen und haben Rat gehalten, und haben sich folgendermaßen unterredet, sie wollens dem gemeinen Volk überlassen, und fürchten sich der Strafe. Darnach wurden in allen Gemeinden die Geschwornen um die Häuser geschickt, um die Stimmen aufzunehmen, ob man wolle mit Kreuz gehen oder nicht, und welcher gehen wolle, müjse sich unterschreiben. Und siehe Wunder, alle bis auf 3 Personen haben sich unterschrieben, und also ist der Kreuzgang herrlich vollzogen worden ohne mindeste Unruhe und Getümmel, außer, dieses war das Schlimmste, daß wir aus allen 3 Pfarreien keinen Geistlichen hatten mitbringen können und unterwegs hat man gar nicht eingekehrt, wie sonst gewöhnlich, und man rechnet 
bei 2999 Personen, die 
bei diesem Kreuzgang waren, und er wird heutiges Tages löblich gehalten. (Anno 1898 wurde dieser Kreuzgang das erstemal unterlassen,- er wurde von der bayerischen Regierung verboten.) Den 6. März kam auch von Sr. Durchlaucht von Wien eine Resolution an die Gemeinden Vaduz und Schaan, sowie Eschen und Eamprin wegen ihren oft gemeldeten Vannriet-Prozeß, daß die Gemeinden Eschen und Eamprin sollen in ihrem alten Be- sitzstand ruhig auftreiben, ohne ihnen pfänden zu dürsen. In dem letztverwichenen Winter sind die Weinreben fast alle erfroren, auch viele Bäume, Vieh und Leute. Den 39. April haben die Schaaner wieder gepfändet und ist allda ein Bescheid ergangen, und wird wieder auf Wien'geschrie- ben, denn im Mai ist wiederum ein Augenschein gewesen.
        

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