- 83 — Den 13. Brachmonat haben die Schaaner mit den Eschner- bergern wiederum einen Augenschein gehabt auf dem Vannriet. Dabei waren etwa 24 Vorsteher und die Obrigkeit. Der Sommer war sehr nag, desgleichen nicht bald erlebt wird. Es regnete über 45 Tage und Nächte aneinander, daher schier alle Früchte litten, und es entstand eine gewaltige Wasser- größe, daß die Bäche an einigen Orten die Brücken weg- schwemmten. Am 8. Heumonat wurde wieder ein Augenschein gehalten auf- dem Bannriet zwischen den Gemeinden Vaduz und Schaan und Eschen-Gamprin. Es wurde auch zu den Marksteinen gegra- ben, das scheint wieder einen Prozeß abzugeben. Traurige Zeiten müssen wir jetztmalige alle Katholische er- leben, denn in ganz Oesterreich wurden die Kreuze alle ab den Friedhöfen genommen, die hölzernen wurden verbrannt, die eiser- nen verkauft. Die Gräber wurden alle eben gescharrt. Dann fängt man an, an einem Eck zu begraben alle einander nach, Geistlich und Weltlich,' auch wurde 
der Psalter zu beten verboten, wie auch der Rosenkranz. Es wurde auch nachmittags keine Vesper mehr gehalten, noch eine andere Andacht. Im Tirol sind die Kapuziner ausgeräumt und zu Weltpriestern gemacht. Kurz dar- nach wurde in Oesterreich wiederum publiziert, daß sie an den Feiertagen müssen arbeiten bei hoher Straf; auch sollten die Fi- lialkapellen alle abgebrochen werden. Zugleich sollten auch alle Seitenaltäre abgebrochen werden, was aber nicht sogleich voll- zogen wurde. Da nun diese Sekten bei Jhro päpstlicher Heiligkeit kundbar worden, haben sie einhellig im Kirchenrat beschlossen, diese neue und falsche Lehre von den katholischen Kirchen zu ver- fluchen und zu verdammen, welcher Fluch Se. Heiligkeit schriftlich in alle Lande ausgeschickt samt einer ganz neuen Bruderschaft, und auch die neuen Bücher seien des Feuers würdige Schriften, und die Bilder der Heiligen, wie auch die Kreuze und die Bildnisse der allersel. Jungfrau Maria sollen unverzüglich in den Kirchen sein und, bleiben.
        

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