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- diesen bedrängten Ursachen hat man ein allgemeines Gebet 
ange- stellt und alle Tage den Psalter 
gebetet samt Kreuzgängen, daß Gott der Allmächtige wolle 
das schädliche Wetter samt der großen Heunot gnädigst abwenden. Auch die Bergleute haben Vittage angestellt. Man hat gemeint, 
es müsse bei der Schmelzung des Schnees alles untergehen, aber, 
Gott sei Dank, es hat können abgehen ohne sonderbaren Schaden. Bei Mannesgedenken hat man kein 
dergleichen Beispiel erlebt. Der Sommer 
war sehr naß 
und spät. Man denkt bei 60 Jah- ren keinen so späten Sommer, daß die Kriese (Kirschen) erst im August zeitig, auch die Trauben im Heumonat kaum verblühten: Korn zu schneiden hatte man bis 
über Mitte August; der Türken und die Träublein haben ein Ansehen, als 
wollten sie nicht reif werden. Am 15. Heuet war eine Rheingröße, dergleichen bei 40 Jahren 
keine gewesen. Endlick hat man bis Micheli 
das Meiste eingeheuet. Im Herbst war die Witterung immer naß. 
Anfangs Herbst sah man noch keinen Türkenkolben, kein rotes Traubenbeer, da- her das Korn gleich wieder aufgeschlagen, daß der Malter Korn 22 fl., der Türken 15 fl. gilt. 
Man ist auch ziemlich 
in Angst, Korn und Türken möchten nicht reif werden. In diesem verwichenen 
Sommer sind auch die Stück Roden der Landschaft überlassen worden. Endlich ist mit vielem Verleiden alles eingesammelt worden, aber es war weder der Wein noch das Korn reif geworden. Es gab sehr wenig Wein, das Korn wenig Mehl, daher alles teuer. Der Winter war bis 
Neujahr sehr gelind und gut. Diesen verwichenen Herbst wurden in der Schweiz zu 
Alt- stätten 3 Bauern eingefangen, nämlich der Glaser am Büchel, der Hauptmann in der Lenz und der Zoller, genannt in der Au, welche alle drei den Schelmen Unterschlupf gaben, wie auch die letzteren zwei gar persönlich mit ihnen gegangen. Der Glaser soll ziemlich gestraft 
morden sein. Den Hauptmann hat man aus- gepeitscht und um 
all sein Hab und Gut gestraft. Der 
Zoller ist endlich hingerichtet worden durchs Schwert, weil er geholfen hat,
        

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