— 75 — Im Julius kam anfänglich ein starker Heidampf oder Nebel. Dieser blieb den ganzen Monat, daß die Sonne verfinstert war. Das trieb den Leuten einen großen Schrecken ein. denn man ist der Auslegung, es möchte nichts gutes bedeuten und etwa den Untergang andeuten. Ausgangs dieses Monats fielen in Schaan und zu Gams feurige Kugeln vom Himmel an einem Abend häu- fig, und konnte doch niemand eine aufheben. Das trieb den Leuten wiederum eine neue Furcht ein, sie gingen alle Tage mit Prozes- sion. Dieses war überhaupt ein sehr nasser, rauher Monat. Man hat schon über 6 Wochen geheuet und kein Fuder ohne Regen. Es hat oft schwere Donnerwetter. Die Rosse sind wohlfeil, das Vieh ist teuer. Die Früchte sind schön, aber viel Brand. Im Heumonat und August war ein heißer Sommer. Der Heudampf blieb noch immer den ganzen Heuet. Im Welschland soll wegen der Tröckne alles ausgebrannt sein. Der Gampriner Handel ist jetztmal wieder im tun, denn sie haben zum zweitenmal nach Wien geschrieben und wiederum Schreiben bekommen. Nach diesem haben die Eschner auch geschrie- ben. Im Herbst regierte eine sehr böse Krankheit mit Fieber unter den Leuten. Dieses war ein überaus schöner Herbst mit dem aller- schönsten Herbstwetter und Tröckne bis Martini. Es war alles sehr wohlfeil und ziemlich viel Wein. .Die Weinsteuer war in diesem 83er Jahr 44 Kreuzer, der Kernen 1 fl. 12 Kreuzer. Der Türken ist wohl geraten 48 Kreuzer. Die Schweine sind teuer 12 bis 13 sl; das Vieh ist teuer, eine jede Kuh 30—40 fl. Die Rosse sind spott wohlfeil, denn alte Rosse gibt es genug um 4—5 fl, schöne Jährlinge um 10—11 fl., Sauger um 1 Thaler. Die Vesen war schier lauter Brand. Der Winter war ziemlich gut. Es schneite keinen Fetzen bis Weihnachten. Hernach schneite es ziemlich. Darnach kam der Föhn und Regen, daß es ein großes Gewässer verursachte. Der Gampriner Handel ist wieder im tun, denn es ist am 17. Jänner wieder ein Extraverhör gewesen und ist noch kein Urteil ergangen, sondern es muß vor den Reichshofrat zu Augs- burg gelangen.
        

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