— 62 - Befremden, wieso einem Biographien, zumal guter Bekannter, oder nahestehender Persönlichkeiten besriedigen Könnten; es sei doch die Person oder die Persönlichkeit etwas ganz anderes, als solch ein seriptuw. Nun, der Schreiber dieser Skizze ist sich bewußt, daß sein Held von diesem Schriftstück verschieden ist, wie etwa ein Bild aus farbigen Marken, von einem schönen Meisterbild, mehr noch, wie ein Lichtbild vom Lichte der Per- sönlichkeit: es fehlt eben die Einheit und Wärme, die nur die lebendige Persönlichkeit gibt, es fehlt der Fond oder der seelische Tiefgrund, von dem alle Züge nur Auswirkungen und Aus- strahlungen sind. „Alle Größe Kommt von Innen", (vs.44,14). Das gilt gerade auch vom verstorbenen Prinzen. Denn das war ein besonderer Zug, daß er, wenn ich so sagen darf, immer ganz war, seine ganze Persönlichkeit stand dahinter, ob er nun sprach oder handelte; er gab sich so und sprach nie so oder so, bloß Einem zulieb, sondern ebenso wie er dachte; alle Mache, Künstelei, alles Getue, alles „als ob" war ihm in tiefster Seele zuwider. Dadurch war er sich wie der ganzen Umwelt getreu. Das gab seiner Person, gerade in unserer Kulissenzeit, den Charakter. „Fuitvir"; ja ein ganzer Mann war er; so chat er auch den Mann von Geist, den Meister fesselnder Conversa- tion, den Weltmann und Grand seigneur mit Kerniger Religiosität in eins verschmolzen. Eine Seltenheit in einer Zeit, wo vielfach die Männer nicht Männer, die Frauen nicht dem altdeutschen der „Frouwe" gerecht werden. Gerade das hat dem Prinzen auch die Wertschätzung weite- ster Kreise erworben. Das trat ergreifend in Erscheinung bei der Einsegnung der Leiche, in Graz, sowie in Hollenegg. Nicht nur die Zahl, sondern vor allem die innere, seelische Teilnahme gab diesem irdischen Adieu Kostbare Weihe. Das Feingefühl seines Wesens, die Güte seines Herzens, die Freigebigkeit seiner
        

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