- 58 - persönliche Werbearbeit war ganz in den Dienst dieser beiden, ebenso edlen wie zeitgemäßen Ziele des Monarchen gestellt. Wie weh tat es dem Prinzen, daß die so richtige und gerechte Mahnung seines Onkels, Alois Prinzen von Liechtenstein, beim Zusammenbruch nicht einen illegitimen, darum auch notwendig revolutionären Nationalrat zu schassen, sondern die einzig legi- time Kammer, nämlich die Landtage einzuberufen, aus Furcht vor der Straße zum Scheitern Kam. Statt roten Terrors wäre die Konstitutionelle Heimwehr an der Wiege von Alt-Oesterreich gestanden! Was mußte dem Heimgegangenen das alles bei seiner überragenden Einsicht antun? — Es folgte die, an Sorgen und Beschwernissen überreiche Nachkriegszeit. Die „pupilar-sicher", unter staatlicher Patronaz angelegte Substanz des FideiKom- misses, die seines Vaters hohes Verwaltungs-Geschick erworben hatte, mußte der Prinz rettungslos dahinschwinden sehen, als die Inflation und Deflation hauste. Der Kühne Griff nach der Waldbahn war unter diesen Umständen ein Akt der Sanierung. — Großes und Auffallendes hat die folgende Zeit nicht mit sich gebracht. Aber nicht das macht die wahre Größe! Vielmehr die Größe im Kleinen des täglichen Lebens. Wenn wir im Auge behalten, daß der Sinn und Drang des Prinzen nach der Welt- Weite ging, daß ihm die Reiselust wie ein geistiger Hunger nach Einsicht in neue Kulturwelten war, daß seine Geistesanlage nach Höhenschau und Höhenlust darbte,—dann läßt sich denken, welch ein Opfer im Ansang die Kleinheit und Enge der Verhältnisse, die mit der Nachkriegszeit gegeben war, sein mochte. Er ließ nichts davon merken, wie er auch wenig, zu wenig von seiner angegriffenen Gesundheit anmerken ließ. Ueberhaupt Kann man sagen, mit seiner stets wachsenden Rücksichtnahme auf seine Angehörigen im weitesten Sinne stand' seine Rücksicht auf sich selbst in umgekehrtem Verhältnis. Und in die durch die Nach- Kriegsverhältnisse enger gezogene Sphäre fühlte er sich mit umso
        

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