- 55 - verband,-dann Interesse und Anlage für Geschichte und Politik; die dürren, trockenen Einzelheiten des praktischen Lebens wider- strebten ihm eher, das Einfühlen und Einleben in diese Not- wendigkeiten des Tages Kosteten ihn was; wenn 
er sich, trotz gegenteiliger Neigung, mehr und mehr hineinfand, so war wohl in erster Linie zarte Rücksicht aus seine Angehörigen Motiv und Triebkraft. Wie Klar sein Blick, wie sicher sein Zugreifen auch da zu sein vermochte, bezeigte die Uebernahme der Waldbahn in eigene Regie, wodurch die Nutzbarmachung der ausgedehnten Forste auf der Koralpe in der Nachkriegszeit allein garantiert war. Auch auf dem erblichen Sitze im Herrenhause folgte der Prinz seinem verstorbenen Vater. Geradezu ausfallend war es, daß er dort, von einzelnen, ihm zugewiesenen Referaten ab- gesehen, nie eine eigentliche Rede gehalten hat. Ja, 
auffallend ist es, bei dem Reichtum an Gedanken, Kenntnissen und Erfahrun- gen, bei diefer Sicherheit in Historie, bei diesem politischen Blick und dem traditionell und persönlich so starken, warm pa- triotischen Fühlen. Ich habe ihn darüber interpelliert, ein und das anderem«! Kam er selber darauf zu reden. Er erklärte es damit, daß ihm die Kunst des Redens versagt sei. Ich Konnte und wollte ihm darin nie ganz Glauben schenken und äußerte ihm selbst meine Gegenbeweise. So, daß schon seine gewöhnliche Rede, wie sie einmal in Fluß Kam, durch Anschaulichkeit, ge- schickte Disposition und Überzeugungskraft selbst beinahe einer Rede gleichkam, jedenfalls wenig bedurft hätte, um voll und ganz oratorisch wirksam sein zu Können. Er hatte das mit seinem Vater und seinem Onkel Alois, dem bekannten Politiker gemein, die beide, schon in der gewöhnlichen Rede, dem Redner nicht nachstanden. - Warum hat 
er sich dennoch als Redner nicht betätigt? Ich meine, aus demselben Grunde/ warum er überhaupt das öffentliche Leben gemieden hat. Und warum das?
        

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