— 53 - rückenden, betäubenden Reichtum der Vegetation aus Ceylon. — Und die indische Kunst in ihrer Feinheit und Schönheit der Linie, in der Fülle, ja überspitzten Lebhaftigkeit, empfindet er wie ein Spiegelbild der Natur. — Dann führt uns der Prinz zum Dalai Lama, dieser müden, trüben Großmacht und göttlichen Scheinmacht, diesem religiösen Opiate der budhistischen Völker. Und lächelnd bemerkt der Prinz, wie er, nach Audienz, die Inder vor sich in den Staub sinken sieht; denn: durch den Kon- takt mit dem Dalai Lama ist nach ihrer Anschauung nun auch der Prinz von der Gottheit überflutet! Bei alldem begnügte er sich nicht bloß mit dem Schauen, er suchte sich all diese Bilder und Eindrücke, diesen Weltfilm möchte man es nennen, auch geistig zu assimilieren. So las er noch einschlägige Werke, um seine Eindrücke und Anschauungen zu prüfen. Aber er las mit Kritischem Auge, daher seine Wahrnehmungen, daß die Werke über Indien dem Geheimnis der Natur und Kultur dieser Welt wenig entsprächen, bis aus das Buch Pater Dahlmanns: „Die indischen Fahrten", das, soweit wie nur möglich, ein adäquates Bild abgebe. Nun möchte man glauben, der Prinz habe doziert oder, wie man auch sagt, „tradiert". Weit gefehlt! Im Gegenteil; jedes Thema nahm er entgegen; und war es der Rede wert, suchte er weiter zu führen, das Eigene Kam mehr wie durch Zufall, neben- her, nicht im zeitlichen Nacheinander, fondern eher in Beziehung zur Gegenwart, fei es als Analogie oder Antithese oder in Dis- kussion, ohne Aufdringlichkeit, im frischen freien Fluß der Rede. Wohl war ihm, wie selten Einem gegeben, im Gespräch anzu- regen, den Faden weiterzuspinnen, das Gespräch selber zu füh- ren, aber nicht durch Druck und Diktat, sondern wie ein Freund den andern auf eine Höhe emporführt; er zeigt ihm talwärts oder hinein in die Berge immer neue Ausblicke, so geht es ohne Ermüdung, wie spielend, hinan, bis man am Ziel ist. Welch
        

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