- 49 — brüstet, sie habe dem Tüchtigsten die Bahn frei gemacht, so ist das richtig, infoferne er die Prügel der Bahn zu spüren be- kommt, aber ehe er mühsam das Ziel erreicht hat, ist es längst schon — ..geschoben". Der Prinz absolvierte die Mittelschule vom Jahre 1878 bis 188K bei den Schotten, dem wegen seines historischen Ursprunges so zubenannten Benediktiner - Konvente zu Wien. Das Schotten-Gymnasium hatte in Altösterreich den ersten, besten Ruf als humanistische Bildungsstätte. Prinz Franz beschloß, seine Studien mit der Reiseprüfung. Dann zog es ihn zum Militär, wohl schon infolge alter familiärer Traditionen. Wenn er der österr.-ung. Armee zeitlebens treu und ergeben verblieb, fo war es Kaum mehr bloß Ueberlieferung, fondern, wie aus feinen häufigen pietätvollen Reflexionen hervorging, eine geistige Wahl- Verwandtschaft. War doch im monarchischen Heere, soweit wie nur möglich, verwirklicht, was im Staatsbetrieb nationale Enge und Eigenbrödelei einesteils, politische Sabotage oder Hochverrat andernteils unmöglich machten; das organischen Zu- sammenhalten und Zusammenwirken der Völker und Nationen zur Einheit und Größe des Ganzen: Das „viribus uvitis". Mußte nicht diese Weite, dieser Reichtum, diese Großzügigkeit, bei aller notwendigen Disziplin im Heere, dieser Familien-Geist, den Freund und Feind auch im Weltkriege bestaunten, den Prinzen anziehen? — Freilich, auch die schwache Seite nahm sein scharfer Blick aus: wie bei diefer feinen Organisation, die einem fein gegliederten Organismus nahe verwandt war, jede Bewegtheit auf politischem Gebiete, selbst bei aller politischen Abkehr des berusstreuen Militärs, nolens volevs, auch dieses in Mitleidenschaft ziehen mußte. Mehr noch, auch die religiös Kulturellen Ereignisse im politischen Leben mußten abfärben aus die Armee. So der Geist — es heißt eigentlich dem Libera- lismus viel Ehre antun, wenn man von Geist bei ihm redet —
        

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