— 47 — (Ierm. Klgld. 3,20 A.I.O.G.D.) Wie wenn es heute erst wäre, so frisch und lebendig hastet in mir die Erinnerung an den ersten Edelhirsch in Gottes freier Natur. Lange schon hatten wir in spannender Erwartung ge- harrt, der goldene Sommertag legte sich allmählich zur Ruhe. Sieh! da tritt aus dem dunkelnden Walde die hohe Gestalt, er Kommt zu äsen am perlenden Quell. Jetzt Kann ich ihn aus- nehmen: Welch edler, stolzer Wuchs, welch eine Hoheit und Würde, vom Scheitel bis zur Sohle ein König! Aber nicht wie der König der Wüste, der Leu, der brüllend im Bann hält den unermeßlichen Raum. Dem König der Berge eignet mehr eine stille, Klare Hoheit. Drei und ein halbes Jahrzehnt sind es her! Aber dieser Eindruck haftet noch immer. Solchen Eindruck, ins Geistige übertragen, machte aus mich der am 26. August d. I. Heimgegangene Prinz Franz, aus dem Geschlechte derer von Liechtenstein. Ihm seien diese Zeilen in treuer, liebender, dankschuldiger Erinnerung gewidmet. Geboren zu Wien am 25. Jänner 1868, als der älteste Sohn des Fürsten-Paares Alfred und Henriette von und zu Liechtenstein, wuchs er auf in einer, mit neun Kindern von Gott gesegneten Familie, wo von den Eltern Geist und Herz in Fülle ausströmten, ein warmes, inniges Familienleben erblühte. Lebenslust und Lebensfreude der munteren Kinderschar über-
        

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