— 131 — und Dornbirn herauf streiften. Die Landstürmer waren teils mit Furten, Hauen, Gabeln versehen, auch mit Schwertern und Stan- gen, und sie zogen auf Lindau und belagerten die Stadt, konnten aber nichts ausrichten, weil 350 bayerische Soldaten in der Stadt lagern. Es wurde in Feldkirch eine Kanone und eine Haubitze gegossen, welche die Feldlircher mit großen Jubel und ganz mit Schnüren bedeckt auf Vregenz fuhren. Einige Mörser oder Dovpel- hacken holten sie von Konstanz über den See herauf. Jetzt wollten sie die Stadt Lindau stürmen, aber alles war umsonst. Sie streif- ten hinaus auf Wasserburg und eine Kolonne gegen Kempten, wurden aber mit Verlust zurückgedrängt. Sie zogen sich wieder auf Bregenz zurück. Die Oesterreicher siegten zwar in der Riesenschlacht bei Aspern, wurden aber bei Wagram wieder besiegt. So waren sie gezwungen, abermals einen demütigen Frieden zu schließen. Laut dieses Frie- dens kam Tirol mit Vorarlberg wieder an Bayern. Wieder marschierten französische Truppen in diese Länder ein: am 6. August besetzten sie Feldkirch wieder. Die Insurgenten mußten ihre einzige Kanone ausliefern. Innert 4 Tagen mußten alle Vorarl- berger ihre Gewehre abgeben und die junge Mannschuft von 16 bis 45 Jahren wurde aufgeschrieben. Viele junge Leute flüch- teten, auch viel Plunderware wurde an den Eschnerberg geflüchtet. Die Franzosen wurden in allen größeren Gemeinden einquartiert , und ließen sich gut zu essen und zu trinken geben. Auch in der liechtensteinischen Herrschaft-Vaduz wurden die Gewehre abgefordert, und anstatt daß man sie mit Quartier- geben verschonte, so muß man dem General 250 fl bezahlen. Und Tirol hat sich noch bis jetzt nicht ergeben, sondern sie trieben die Franzosen noch einmal zum Land hinaus und behaup- teten ihre Freiheit den ganzen Sommer hindurch. In Vorarlberg wurden jetzt wieder Geiseln ausgehoben, es heißt über die 100 Mann von Rang als Herr Postmeister Heusle von Feldkirch, Herr Lurgen, Karsmann, wie auch den geistlichen Herrn Stadtpfarrer und viele andere mehr, item den Alt-Landamman von Franstanz und viele dergleichen. Die sich nicht sicher glaubten, sind entlaufen. Es ist jetzt wieder ein neuer Waffenstillstand geschlossen auf einen Monat, der soll dauern bis zum 16. Oktober.
        

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